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Volkskrankheit Grauer Star

Diabetes, Rauchen oder Übergewicht schaden nicht nur dem Herz-Kreislauf-System, sondern trüben auf Dauer auch die Augenlinse. Patienten sind sich diesen Risikofaktoren für einen Grauen Star häufig nicht bewusst. Das wollen Augenärzte ändern.

Fast zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an einem Grauen Star, schätzt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). 800.000 Eingriffe sind pro Jahr notwendig, die das Gesundheitssystem in der Zeit mehr als 600 Millionen Euro kosten. Grauer Star ist damit eine der Volkskrankheiten. Doch der Verlauf der Krankheit ist nicht in Stein gemeißelt: Studien deuten darauf hin, dass der Lebensstil einen Einfluss darauf hat, wie schnell die Trübung der Augenlinse voranschreitet.

Diabetes, Rauchen und Übergewicht als Risikofaktoren
Während eine leichte Trübung ab dem 60. Lebensjahr eine normale Alterserscheinung darstellt, ist bei Patienten mit starker Sehbeeinträchtigung häufig ein ungesunder Lebensstil mitverantwortlich für das Fortschreiten der Krankheit. So war in einer englischen Studie Diabetes mellitus bei Frauen nach den Wechseljahren ein bedeutender Risikofaktor, am Grauen Star zu erkranken. Rauchen erhöhte das Risiko um 26 Prozent, starkes Übergewicht um zwölf Prozent.

Aufklärung der Patienten erforderlich
„Diese Ergebnisse zeigen einmal mehr wie wichtig es ist, dass wir als Augenärzte Patienten darüber aufklären, wie sie selbst dazu beitragen können, das Fortschreiten eines Grauen Stars zu vermeiden“, erklärt Prof. Christian Ohrloff, Mediensprecher der DOG. Demnach senken eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten das Risiko einer Sehbehinderung in hohem Alter deutlich.

Quelle: idw

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Junge Erwachsene mit Krebs

Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 15.000 junge Erwachsene an Krebs. Doch die Altersgruppe führt ein Schattendasein in der onkologischen Forschung. Eine Studie befasst sich erstmals mit ihrer Situation.

Ob Beruf, Kinderwunsch oder Partnerschaft: Die Diagnose Krebs stellt alle Zukunftsentwürfe in Frage. Junge Erwachsene stehen oft noch am Anfang und haben viele Lebensträume noch nicht verwirklicht. Für die Studie „AYA Leipzig“ interviewten Wissenschaftler der Universität und Medizinischen Fakultät Leipzig über 510 Krebspatienten zwischen 18 und 39 Jahren. Die jungen Erwachsenen äußerten sich innerhalb eines Jahres zweimal zu Themen wie Lebenszufriedenheit, Versorgungssituation und Unterstützungsbedarf. Zusätzlich beurteilten die Patienten die psychologische Betreuung in Kliniken, Rehas und ambulanten Einrichtungen.

Der Wunsch nach einem normalen Leben
Die Gesundheitsprobleme stehen der gewünschten Lebensplanung im Weg. Das führt zu einer tiefen Verunsicherung. So sprach jeder zweite Befragte über Ängste. Die Studienteilnehmer fürchten sich vor Rückfällen oder bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen. Sie sorgen sich um ihre Wiedereingliederung in Ausbildung und Beruf und somit auch um ihre finanzielle Sicherheit. Der Wunsch nach einer eigenen Familie rückt oft auf unbestimmte Zeit in die Ferne. Selbst Beziehungen zu Partnern und Freunden leiden unter der Erkrankung.

Perspektiven für junge Erwachsene mit Krebs
„Ziel ist es, Ärzte und Pflegepersonal für die besonderen Bedürfnisse und Probleme dieser Patientengruppe zu sensibilisieren“, erklärt Prof. Anja Mehnert, Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Ganz oben auf der Wunschliste stehen altersgerechte Gruppenangebote zur Bewegungs- und Entspannungstherapie. Außerdem erhoffen sich die jungen Krebspatienten mehr Unterstützung bei psychologischen Problemen und psychosozialen Belastungen. Ergänzend planen die Studienautoren eine Online-Schreibtherapie, bei der die Betroffenen lernen, ihre Ängste abzubauen.

Quelle: Universität Leipzig

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Junge Erwachsene mit Krebs

Richtig Fieber messen

Glasige Augen, ein gerötetes Gesicht und eine heiße Stirn – typische Symptome bei Fieber. Nun heißt es, Temperatur messen! Was Sie beim Messen beachten sollten.

„Fieber unterstützt in aller Regel die Arbeit des Immunsystems beim Kampf gegen Erreger", erläutert Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein in Düsseldorf. „Die vermehrte Wärme setzt Stoffwechselprozesse in Gang, die bei der Krankheitsabwehr helfen können. Deshalb tritt Fieber sehr häufig bei Infektionen und Entzündungen auf.

Wann spricht man von Fieber?

  • 37,5 bis 38 Grad Celsius: erhöhte Temperatur
  • 38,1 bis 38,5 Grad Celsius: leichtes Fieber
  • 38,6 bis 39 Grad Celsius: Fieber
  • 39,1 bis 39,9 Grad Celsius: hohes Fieber
  • über 40 Grad Celsius: sehr hohes Fieber
  • ab 41,1 Grad Celsius: hyperpyretisches Fieber

Leicht erhöhte Temperaturen über ein bis zwei Tage gelten im Allgemeinen als unbedenklich. Erhöht sich die Temperatur allerdings auf über 39 Grad Celsius mit schwerem Krankheitsgefühl, sollte der Fiebernde von einem Arzt untersucht werden – vor allem dann, wenn weitere Krankheitszeichen hinzukommen.

Mit was messen?
Für die richtige Fiebermessung stehen Ihnen mehrere Arten von Thermometern und Methoden zur Verfügung. Elektronische Fieberthermometer sind gut ablesbar, messen schnell und genau. Sie benötigen jedoch eine Batterie.

Glasthermometer bieten im Hinblick auf ihre Messgenauigkeit eine gute Alternative. Heute gibt es Glasthermometer mit einem ungiftigen Metallgemisch. Sie sind besonders hygienisch und leicht zu reinigen, aber nicht bruchsicher.

Ohrthermometer messen die Temperatur über die im Gehörgang abgegebene Infrarotstrahlung. Die Messung erfolgt besonders schnell: Die Messzeiten liegen im unteren Sekundenbereich. Voraussetzung für eine genaue Messung ist allerdings, dass Sie die Sondenspitze exakt im Gehörgang platzieren.

Sensor-Thermometer ermitteln die Temperatur ohne Hautkontakt mittels Infrarot. Stirn- und Schläfenbereich gelten als gute Messorte. Diese Systeme sind insbesondere für kleine Kinder und Babys geeignet, weil sie kaum oder gar nicht mit dem Kind in Berührung kommen. Das macht auch nächtliches Messen möglich, ohne das Kind aufzuwecken.

Wo messen?
Da die aussagekräftigste Fiebertemperatur nur im Inneren des Körpers gemessen werden kann, gilt die Messung im Po (Rektalfiebermessung) als genaueste Methode.

Gebräuchlich ist auch die Messung unter der Zunge. Platzieren Sie das Thermometer dazu möglichst weit hinten im Mund unter der linken oder rechten Zungenseite. „Der Mund sollte dabei geschlossen sein. Auch sollten vor der Messung keine kalten oder warmen Getränke und Speisen eingenommen worden sein", rät Apotheker Lutz Engelen. „Ungeeignet ist die Methode bei verstopfter Nase und Husten.“

Die Temperaturmessung in der Achselhöhle erfordert eine lange Messzeit bis zu acht Minuten. Dies gilt auch für die Temperaturermittlung in der Leistenbeuge.

Hausmittel zur Fiebersenkung
Da Fieber ein Warnsignal des Körpers ist, sollten Sie bei erhöhter Temperatur am besten im Bett bleiben und sich schonen. Leichte Kost ist angeraten und viel Flüssigkeit, die ein fiebernder Körper in Mengen durch Schwitzen verliert.


Faustregel zur Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie für jedes Grad Celsius über 37 Grad pro Tag einen halben bis ganzen Liter Flüssigkeit mehr.

In der Apotheke gibt es neben Fieberteemischungen aus Linden- und Holunderblüten oder Weidenrinden auch Schmerz- und fiebersenkende Medikamente. Diese können die erhöhte Körpertemperatur verringern und zusätzliche Beschwerden wie Hals-, Kopf-, und Gliederschmerzen lindern.

Quelle: Apothekerkammer Nordrhein

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Präsenz-Apotheke gehört zum Leben

Wie schätzen Bundesbürger die Dienstleistungen von Präsenz-Apotheken ein? Erstaunliche Ergebnisse liefert eine Meinungsumfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gab bei der forsa eine Telefonumfrage in Auftrag. Insgesamt äußerten sich rund 1.000 Menschen ab 18 Jahren zu der persönlichen Relevanz traditioneller Apotheken. Das Ergebnis: Die überwältigende Mehrheit der Befragten schätzt die wohnortnahen Apotheken und nutzt rege ihre Dienstleistungen. Jeweils etwa vier von fünf Bundesbürgern finden die umfassende Beratung, den Nacht- und Notdienst und die Anfertigung von Rezepturarzneimitteln sehr wichtig oder wichtig.

Hoher Bedarf an traditionellen Apotheken
Besonders gefreut haben sich die Apotheker über die Meinung von Personen, die Medikamente über das Internet beziehen. Laut der Umfrage möchte auch diese Gruppe die traditionellen Apotheken weiter nutzen. „Niemand will auf seine Apotheke in der Nähe verzichten“, kommentiert ABDA-Präsident Friedemann Schmidt die Ergebnisse. „Aber je mehr Menschen im Internet Medikamente kaufen, desto mehr Apotheken werden schließen. Die Apotheken gehören zum Leben dazu. In den ersten drei Wochen des Jahres waren zwei Drittel der Bundesbürger schon mindestens einmal in einer Apotheke. Von diesem hohen Bedarf waren wir selbst überrascht“, äußert Schmidt.

Präsenz-Apotheken sind unersetzlich
Viele Internetkäufer sehen in der Anlieferung der Medikamente bis zur Wohnungstür einen Vorteil von Versandapotheken. Doch auch diese Dienstleistung bieten Präsenzapotheken in Form von Botendiensten an. Die Telefonumfrage zeigt, dass der Botendienst in strukturschwachen Gebieten bereits sehr gut angenommen wird, insbesondere von Betagten und Internet-Nichtnutzern. Auch in puncto Beratung sind Apotheken vor Ort Online-Suchmaschinen wie „Google“ und dem Versandhandel voraus: 85 Prozent der Bundesbürger, die in den letzten 3 Monaten das Internet genutzt haben, erachten die Apotheker-Beratung als wichtig oder sehr wichtig. Die Meinung der Bundesbürger spricht demnach eine eindeutige Sprache: Sie sind auf die vielfältigen Dienstleistungen der Pharmazeuten in Präsenz-Apotheken angewiesen und zufrieden mit dem Service der Apotheker.

Quelle: ABDA

 

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Präsenz-Apotheke gehört zum Leben

Defibrillatorweste statt Operation

Eigentlich ist sie nur eine Übergangslösung – die Defibrillatorweste. Doch bei einigen Patienten mit schwerer Herzschwäche kann sie die Pumpleistung des Herzens so nachhaltig steigern, dass sich eine Operation erübrigt.

Häufig nimmt die Pumpleistung des Herzens nach einem Herzinfarkt oder einer Herzmuskelentzündung rapide ab. Das bedeutet für die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod. Zumeist geht dem tödlichen Kreislaufstillstand ein Kammerflimmern voraus. Diese gefährliche Herzrhythmusstörung lässt sich mit einem Defibrillator ausschalten. Doch bevor die Risikopatienten den elektrischen Impulsgeber implantiert bekommen, müssen sie sich an die erforderlichen Medikamente gewöhnen. In dieser Übergangszeit tragen sie eine Defibrillationsweste. Das mobile Gerät registriert die Pumpleistung und bringt das Herz im Ernstfall wieder in den richtigen Takt.

Defibrillationsweste steigert Pumpleistung des Herzens
Normalerweise legen die Herzpatienten ihre Defibrillationsweste nach drei Monaten ab, wenn es Zeit für die Operation ist. Steigt die Pumpleistung innerhalb dieser Zeit auf über 35 Prozent an, erübrigt sich der Eingriff sogar vollständig. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover beobachteten 265 Personen mit Defibrillationsweste. Bei 69 Studienteilnehmern stieg die Pumpleistung des Herzens dank Weste auf über 35 Prozent an. Nach verlängerter Tragezeit sprengten weitere 20 Teilnehmer die 35 Prozent Hürde.

Übergangslösung oder vollständige Therapie?
„Die Implantation eines Defibrillators ließ sich so bei insgesamt einem Drittel der Patienten vermeiden, was insofern gut ist, als dass dieser langfristig auch Komplikationen mit sich bringen kann“, erläutert Dr. Christian Veltmann, Leiter des Bereiches Rhythmologie und Elektrophysiologie an der Klinik für Kardiologie in Hannover. Endgültige Klarheit bringen weitere Studien unter Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover. Die erste läuft in Kürze an verschiedenen Zentren an.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

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Defibrillatorweste statt Operation

Handeln bei akutem Bluthochdruck

Jeder vierte Erwachsene leidet in Deutschland an Bluthochdruck – eine häufige Ursache für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Was lässt sich tun, wenn der Blutdruck plötzlich verrückt spielt?

Ein hoher Blutdruck (über 140/90 mmHg) ist zwar noch kein Grund zur Sorge, doch lauert Gefahr in plötzlichen Blutdruck-Anstiegen. Welche Maßnahmen nötig sind, wenn ein Ruhewert von über 190/100 mmHg auftritt, ist abhängig vom Befinden: Spürt der Betroffene keine ernsthaften Beschwerden, kann es sich zum Beispiel um eine Stressreaktion handeln. Ärzte raten in diesem Fall, nicht in Panik zu geraten und sich stattdessen hinzulegen, Musik zu hören und eine halbe Stunde abzuwarten. Fachleute sprechen von einer Bluthochdruck-Krise.

Gefahr: Bluthochdruck-Notfall
Gefährlicher ist ein sogenannter Bluthochdruck-Notfall: Hier geht der Blutdruck-Anstieg einher mit ernsteren Beschwerden, zum Beispiel Brustschmerzen, Atemnot oder Übelkeit und Erbrechen. Prof. Dr. med. Thomas Budde vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung warnt: „Beim Bluthochdruck-Notfall muss sofort unter der 112 der Notarzt alarmiert werden, weil Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge sein können.“ Wichtig für den Patienten: Beim Anruf der 112 den Verdacht auf Bluthochdruck-Notfall äußern, damit gleich ein Rettungswagen mit Notarzt geschickt wird.

Blutdruck medikamentös senken
Die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um Notfällen vorzubeugen, ist das regelmäßige Blutdruckmessen. Wer kein Blutdruckmessgerät zu Hause hat, kann das Messen in der Apotheke durchführen lassen. Ist der Patient in ärztlicher Behandlung, kann er bei krisenhaft erhöhtem Blutdruck auch selbst reagieren: verschreibungspflichtige Blutdrucksenker wie Nitrendipin 10 mg oder Nisoldipin 10 mg kommen ebenso in Frage wie das sedierende Blutdruckmittel Clonidin oder Nitrospray – das aber Schwindel verursachen kann. Der Kardiologe Budde ergänzt: „Oft geht die Blutdruckerhöhung darauf zurück, dass Patienten ihre Blutdruckmedikamente nicht eingenommen haben. Dann sollten sie dies unverzüglich nachholen.“

Eine Checkliste zum plötzlichen Blutdruck-Anstieg finden Sie bei der Deutschen Herzstiftung

Quelle: Deutsche Herzstiftung

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Kinder mit Diabetes integrieren

Diät halten, Blutzucker messen, Insulin spritzen – Kinder mit Diabetes Typ 1 brauchen eine spezielle Betreuung. Auch in Schule und Kindergarten. Doch wer finanziert Erziehern und Lehrern die erforderliche Erstschulung?

Immer mehr Deutsche erhalten die Diagnose Diabetes Typ 1. Allein in der Altersgruppe  der Unter-18-Jährigen kommen jedes Jahr 3000 Neuerkrankungen hinzu. „Steht die Aufnahme der Kinder in Kita und Schule an, zeigen Betreuer und Lehrer verständlicherweise häufig Unsicherheiten oder auch Ängste vor möglichen Gesundheitsschäden“, berichtet Prof. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Wer finanziert die Erstschulung?
Generell dürfen alle Ärzte und Diabetesberater die so genannte Erstschulung für Erzieher und Lehrer erteilen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat 66 Kliniken und Schwerpunktpraxen befragt, wie sie den Unterricht handhaben. Dabei stellte sie fest: 80 Prozent der Kitas und 70 Prozent der Schulen finanzieren die Unterweisung über Spendengeldern, ehrenamtliche Tätigkeit oder Querfinanzierung innerhalb der Diabeteseinrichtung.

Eine allgemeine Regelung fehlt
„Das bedeutet, dass die Schulungen von privatem Engagement und von Zugeständnissen der kaufmännischen Entscheidungsträger abhängig sind“, bemerkt Privatdozent Dr. med. Thomas Michael Kapellen von der AG Inklusion der DDG. Oft entscheiden kommunale Strukturen oder die Kommunikationsfähigkeit der Eltern. Eine bundeseinheitliche, klare Regelung zur Durchführung und Finanzierung der Erstschulungen gibt es nicht.

Experten fordern einheitliche Kostenübernahme
Ohne Erstschulung müssen die jungen Diabetes-Patienten zu Hause bleiben. Das führt zur Ausgrenzung der Kinder und Erwerbsunfähigkeit eines Elternteils. „Wir fordern daher, dass es eine gesetzliche, einheitliche und flächendeckende Kostenübernahme für die Betreuer-Schulungen gibt, entweder durch die Gesetzliche Krankenversicherung oder die Schulträger beziehungsweise die Träger der Kita“, betont Dr. med. Ralph Ziegler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie.

Quelle: DDG

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Parkinson per Hauttest feststellbar

 Die Parkinson-Erkrankung lässt mit einem Hauttest diagnostizieren – bereits bevor sichtbare Symptome wie Zittern auftreten. Diese Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten in der Therapie.

Parkinson ist nach der Alzheimer-Demenz die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland. Bisher konnte sie meist nur im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden, sobald typische Anzeichen wie Bewegungsstörungen einsetzen. Denn die Erkrankung beginnt mit unspezifischen Symptomen, etwa Verdauungsstörungen, Depressionen oder Verschlechterung des Geruchssinns. Beim Einsetzen der motorischen Probleme sind bereits viele Nerven unwiederbringlich geschädigt. 

REM-Schlafverhaltensstörung als frühes Symptom von Parkinson
Den Schlüssel für den Durchbruch lieferte das Protein Alpha-Synuclein. Dieses lagert sich im Gehirn und in kleinen Nervenfasern der Haut ab. Bisher galt dieser Biomarker für die Erkrankung allerdings nur als gesichertes Kennzeichen für das fortgeschrittene Stadium. Ein Würzburger Team um Dr. Kathrin Doppler und Prof. Claudia Sommer untersuchte in der neuen Studie, inwiefern Alpha-Synuclein bereits im Frühstadium als Biomarker in der Haut herangezogen werden kann. Dafür entnahmen die Neurowissenschaftler Patienten mit einer REM-Schlafverhaltensstörung (REM sleep behavior disorder, RBD) eine fünf Millimeter große Hautprobe. Als typisches Frühsymptom von Parkinson äußert sich diese Störung in aggressiven Träumen und auffälligen Bewegungen im Traumschlaf. Von den Betroffenen entwickeln etwa 85 Prozent innerhalb von 15 bis 20 Jahren eine Parkinson-Erkrankung.

Protein Alpha-Synuclein als früher Biomarker in der Haut
Die Forscher fanden bei den Studienteilnehmern tatsächlich krankhafte Ablagerungen von Alpha-Synuclein in den Nervenfasern der Haut. „Damit sind wir dem großen Ziel, Parkinson in einem frühen Stadium zu erkennen und zu stoppen, einen wichtigen Schritt näher gekommen“, kommentiert Prof. Günther Deuschl, Parkinson-Experte vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel. „Der Weg ist nun offen, auch bei nicht von der REM-Schlafverhaltensstörung Betroffenen einen diagnostischen Marker der Frühphase der Erkrankung zu identifizieren. Damit kommt der Einstieg in die lange erhoffte präsymptomatische Parkinson-Therapie nun in unser Blickfeld“, freut sich Professor Deuschl, Präsident der European Academy of Neurology. Die Wissenschaftler sehen in den Erkenntnissen auch Potential dafür, durch klinische Studie neue Medikamente gegen Parkinson zu gewinnen. 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

 

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Die Apotheke: mehr als ein Laden

Eine Apotheke ohne Labor, die nur Schmerzmittel verkauft? – Undenkbar, denn per Gesetz gelten strenge Rahmenbedingungen. Dazu zählt lückenloser Service, flächendeckend und rund um die Uhr. Doch die klassische Apotheke ist in Gefahr.

Die Apotheke verfolgt nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern erfüllt auch eine öffentliche Aufgabe: Der Gesetzesgeber hat die Apotheken damit beauftragt, die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen. Entsprechend liegt in den Schubladen ein vorgeschriebener Grundvorrat an Medikamenten bereit, selbst wenn einige der Artikel kaum gefragt sind. Zusätzlich verfügt jede Apotheke über ein Labor und eine Rezeptur, wo das Apothekenpersonal individuelle Zubereitungen für die Kunden herstellt.

Apotheken wechseln sich mit Notdienst ab
Zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen gehören auch die Öffnungszeiten. Beispielsweise öffnen Apotheken spätestens um 9.00 Uhr und schließen frühestens um 18.00 Uhr. „Wenn eine Apotheke längere Zeit schließen will, etwa wegen eines Umbaus, muss die zuständige Behörde […] diese Ausnahme genehmigen“, erklärt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Generell unterliegen Apotheken der ständigen Dienstbereitschaft. Doch nur Betriebe in extrem abgelegenen Regionen bleiben rund um die Uhr geöffnet. Im Regelfall wechseln sich die umliegenden Apotheken bei den Notdiensten turnusmäßig ab.

Unterschriftenaktion für die Apotheke
„Wir wollen und müssen die Versorgung vor Ort sicherstellen. Das ist eben ein wesentlicher Unterschied zum Arzneimittel-Versandhandel“, betont Kiefer. Doch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom Oktober 2016 sichert dem Arzneimittel-Versandhandel Wettbewerbsvorteile. Dadurch ist die wohnortnahe Apotheke mit ihrem flächendeckenden Service in Gefahr. Noch bis zum 1. März liegen in den Apotheken Unterschriftslisten gegen die Gesetzesänderung aus.

Quelle: ABDA

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Grippeimpfung für Kinder?

Manche Kinder erkranken in einem Winter gleich zweimal an Grippe: einmal an Influenza A und einmal an Influenza B. Vor beiden Virenstämmen schützt die Grippeimpfung. Sie ist vor allem für kranke Kinder unverzichtbar.

Einmal erkrankt, für immer immun – das gilt zwar für Masern oder Windpocken, nicht aber für Grippe. Denn ihr Erreger, das Influenzavirus, ist schwer greifbar. Der tückische Verwandlungskünstler verändert immer wieder die Eiweißstrukturen auf seiner Hülle, um das Immunsystem in die Irre zu führen. Dadurch entstehen jedes Jahr neue Virusvarianten, gegen die der Körper noch nicht immun ist.

Österreichische Studie überrascht
Selbst innerhalb einer Saison drohen mehrere Grippeerkrankungen. Österreichische Forscher untersuchten im Winter 2014/ 2015 über 640 Kinder mit Grippe. 13 der kleinen Studienteilnehmer erlitten etwa 50 Tage nach der ersten Attacke eine zweite Grippeerkrankung. Möglich ist dies, weil von dem Virus verschiedene Stämme existieren. So infizierten sich die betroffenen Kinder einmal mit dem Influenza-A- und einmal mit dem Influenza-B-Virus.

Grippeimpfung schützt Kinder vor beiden Virenstämmen
Gleichgültig, ob Influenza-A- oder -B: Die Grippeimpfung wappnet gegen beide Virusattacken. Jedes Jahr halten die Apotheken einen Impfstoff bereit, der zu den aktuell kursierenden Virusvarianten passt. In der Saison 2016/ 2017 schützt der klassische Grippeimpfstoff zum Beispiel vor den Influenza-A-Stämmen H1N1 und H3N2 und einem Influenza-B-Stamm. Seit 2013 ist zusätzlich ein Impfstoff erhältlich, der gegen vier Influenza-Virenstämmen immunisiert.

Für wen kommt die Impfung in Frage?
Die Spritze gegen Grippe ist für alle Kinder über sechs Jahren erhältlich. Für Impflinge ab zwei Jahren eignet sich ein Influenza-Impf-Nasenspray. Das Robert Koch-Institut empfiehlt die Grippeimpfung vor allem für Kinder mit chronischer Bronchitis, Stoffwechselstörungen, neurologischen Erkrankungen, Immunschwäche sowie Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Quelle: Kinder- und Jugendärzte im NetzJournal of Infectious Diseases

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20.02.2017
Forschung Gähnen mit Köpfchen
Langes Gähnen deutet auf ein großes Gehirn hin – das ergab eine Untersuchung an verschiedenen Tierarten
Thinkstock/iStockphoto
Ausgiebiges Gähnen zeugt von einem leistungsfähigen Gehirn. Das ergaben Vergleiche von 24 Säugetierarten. Während Menschen durchschnittlich 6,5 Sekunden lang gähnen (und eine Hirnrinde mit 11,5 Milliarden Nervenzellen haben), dauert dieser Vorgang bei Hunden 2,2 Sekunden (160 Millionen Nervenzellen) und bei Mäusen sogar nur 0,8 Sekunden (4 Millionen Nervenzellen). Das berichten Forscher der State University of New York (USA) in der Fachzeitschrift Biology Letters. Wenn jemand allerdings auffällig lange gähnt, besitzt er nicht unbedingt mehr Hirn als andere. Denn systematische Vergleiche bei Menschen führten die Forscher nicht durch.

19.02.2017
Training Konkurrenz bewegt
Forscher fanden heraus: Befinden sich Sportler im Wettbewerb, trainieren sie konsequenter
Jupiter Images GmbH/Polkadot
Regelmäßiger Sport ist gesund. Doch woher die Disziplin dazu nehmen? Eine US-amerikanische Studie hat jetzt gezeigt: Fitnessangebote werden besonders gut angenommen, wenn unter den Sportlern ein Anreiz zum Wettbewerb existiert, etwa Preise ausgelobt werden. Über elf ­Wochen trainierten konkurrierende ­Studienteilnehmer im Schnitt fast doppelt so häufig wie die Kontrollgruppe.

18.02.2017
Training Konkurrenz bewegt
Forscher fanden heraus: Befinden sich Sportler im Wettbewerb, trainieren sie konsequenter
Jupiter Images GmbH/Polkadot
Regelmäßiger Sport ist gesund. Doch woher die Disziplin dazu nehmen? Eine US-amerikanische Studie hat jetzt gezeigt: Fitnessangebote werden besonders gut angenommen, wenn unter den Sportlern ein Anreiz zum Wettbewerb existiert, etwa Preise ausgelobt werden. Über elf ­Wochen trainierten konkurrierende ­Studienteilnehmer im Schnitt fast doppelt so häufig wie die Kontrollgruppe.

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