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Psychotherapie nach Herz-OP

Optimisten werden schneller gesund. Dafür sorgt der Placebo-Effekt. Diese positive Grundhaltung lässt sich im Rahmen einer Psychotherapie erlernen. Dann ist die Wirkung oft so stark, dass sie sogar die Prognose nach einer Herz-OP verbessert. 

Ein Placebo ist nichts weiteres als ein Zuckerdragee. Es wirkt allein durch die positive Erwartung, die der Patient mit ihm verbindet. Marburger Forscher Patienten verabreichten Patienten nach einer Herz-OP ein Placebo der besonderen Art. Das interdisziplinäre Team aus Psychologen und Herzchirurgen verordnete den Herzkranken eine Psychotherapie. Gemeinsam mit dem Therapeuten wagten die Patienten aus der „Erwartungsgruppe“ einen Blick in die Zukunft. Sie schmiedeten Pläne, steckten neue Ziele und suchten nach persönlichen Wegen, um zu ihren alten Kräften und Lebensumständen zurückzukehren. Absicht der Forscher war es, die positiven Erwartungen der Patienten an die Operation zu steigern.

Hilft Psychotherapie nach Herz-OP?
Zum Vergleich bildeten die Wissenschaftler zwei weitere Gruppen. Die „Unterstützungsgruppe“ absolvierte die gleiche Anzahl an Therapiestunden, jedoch ohne über persönliche Erwartungen zu sprechen. Die „Kontrollgruppe“ erhielt keinerlei psychologische Unterstützung. Nach sechs Monaten erfassten die Wissenschaftler geistiges Wohlbefinden, gesundheitliche Beschwerden, Arbeitsfähigkeit und körperliche Aktivität der insgesamt 142 Teilnehmer.

Placebo-Effekt ergänzt Chirurgie
„Patientinnen und Patienten, die vor der Operation irgendeine Form psychologischer Unterstützung erhielten, ging es sechs Monate danach besser als anderen“, berichtet Studienautor Prof. Dr. Winfried Rief, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Philipps-Universität Marburg. Im Vorteil seien vor allem die Teilnehmer aus der „Erwartungsgruppe“ gewesen. Denn sie hätten persönliche Strategien erlernt, um sich besser und schneller zu erholen. Auch Mitverfasser Rainer Moosdorf, Leiter der Marburger Herzchirurgie glaubt an den Placebo-Effekt. Er helfe den Patienten, sich schneller zu erholen und ergänze so lebensrettenden Aspekte der Chirurgie.

Quelle: Philipps-Universität Marburg

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Psychotherapie nach Herz-OP

Hautpflege für Senioren

Zu jedem Alter gehört ein typisches Hautbild. Die reife Haut lässt sich mit den Worten trocken und sensibel umschreiben. Als ideale Ergänzung erweist sich eine reichhaltige, aber milde Hautpflege. Sie ist für Senioren am besten verträglich.

Im Alter durchläuft die Haut weitreichende Veränderungen. Sie wird dünner und verliert an Spannkraft. Ihr pH-Wert steigt und mit ihm die Anfälligkeit für eindringende Keime. Zugleich lockert sich die Hornhautbarriere in der Oberhaut und Nervenzellen dringen in die äußerste Hautschicht ein. Das macht die Haut empfindlicher und steigert die Neigung zu Juckreiz. Da der Körper weniger Immunzellen bildet, kommt es häufiger zu Gürtelrose, Herpes oder Hautallergien. Vor allem aber nimmt die Fettproduktion ab, was zu einer erhöhten Trockenheit führt.

Milde Reinigungssubstanzen verwenden
Klassische Seifen eignen sich nicht für die reife Haut. Mit ihren alkalischen Eigenschaften entziehen sie Feuchtigkeit und zerstören den Säureschutzmantel. Besser geeignet sind Creme- oder Babyseifen mit rückfettenden Tensiden sowie pH-neutrale Syndets. Beim Haarewaschen haben sich milde Babyshampoos bewährt, zum Baden Badeöle. Gleichgültig auf welchen Artikel die Wahl fällt, bei der Anwendung ist Sparsamkeit gefragt. Denn ein zu viel an Reinigungsmittel trocknet die Haut aus.

Öle und Urea für die Hautpflege im Alter
Die Hautpflege richtet sich nach der Tageszeit. Zur Nachtpflege eignen sich W/O-Emulsionen, bei denen der fetthaltige Anteil überwiegt. Morgens kommen Tagescremes vom O/W-Typ zum Einsatz. Sie ziehen rasch ein, weil ihre Basis aus wässrigen Elementen besteht. Idealerweise enthalten sie einen UV-Schutz, da im Alter die Neigung zu Sonnenbrand und Pigmentflecken zunimmt. Für die Körperpflege verwenden Senioren am besten Körperöle. Sie umhüllen den ganzen Körper wie ein wasserabweisender Mantel und schützen ihn so vor Feuchtigkeitsverlust. Präparate mit Urea speichern die Feuchtigkeit in der Haut. Gegen Juckreiz helfen Cremes mit hautähnlichen Lipiden.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

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Hautpflege für Senioren

Zäpfchen richtig anwenden

Zäpfchen sind eine wirksungsstarke Arzneinform – wenn sie richtig verwendet werden. Was es bei der Anwendung und Lagerung von Zäpfchen zu beachten gibt.

So rutscht es am besten
Ein häufiger Anwendungsfehler passiert beim Einführen. „Zäpfchen werden oft mit der Spitze voraus eingeführt“, sagt Wolfgang Kirchner von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Sein Rat: „Ich empfehle hingegen, sie mit dem stumpfen voran einzuführen, denn so gleiten sie leichter in den Darm“. Dies sei vor allem bei Kindern wichtig. Geben Eltern ihren Säuglingen etwa Fieberzäpfchen, hilft es, wenn sie zusätzlich die Pobacken des Babys ein paar Minuten lang leicht zusammendrücken. Bei wasserlöslichen Präparaten hilft noch ein anderer Trick: die Zäpfchen unmittelbar vor dem Einführen befeuchten. Hingegen sollte man das Zäpfchen nicht mit Creme, Babyöl oder Gleitmittel betupfen, denn dies kann die Wirksamkeit beeinträchtigen.

Herausschälen, nicht herausdrücken
Ein Zäpfchen richtig anzuwenden, heißt aber nicht nur, es richtig einzuführen. Auch die Art, wie sie aus der Verpackung gelöst werden, spielt eine wichtige Rolle. So sollten Zäpfchen grundsätzlich nicht herausgedrückt, sondern herausgeschält werden, etwa so wie bei einer Banane. Fällt es jemandem schwer, die Folie mit der Hand abzuziehen, kann er auch eine Schere benutzen.

Richtig dosieren und lagern
Wenn Zäpfchen richtig wirken und keinen Schaden verursachen sollen, müssen sie auch richtig dosiert und gelagert werden. Möchte jemand beispielsweise nur die halbe Dosis verabreichen, sollte er das Zäpfchen einmal längs halbieren – das garantiert, dass auch nur die halbe Wirkstoffdosis in den Körper gelangt. Bei der Lagerung ist es entscheidend, ob die Zäpfchen wasser- oder fetthaltig sind. Fetthaltige Zäpfchen etwa schmelzen bei Körpertemperatur. Ist das einmal passiert, dürfen sie danach nicht mehr angewendet werden. Deshalb ist es wichtig, solche Zäpfchen nicht bei Temperaturen über 25 Grad Celsius zu lagern. Wasserhaltige Zäpfchen hingegen schmelzen nicht so leicht. Sie lösen sich normalerwiese erst im Darm auf.

Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)

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Zäpfchen richtig anwenden

Im Eis eingebrochen

Experten warnen: Die Dicke des Eises auf zugefrorenen Seen ist derzeit noch zu dünn, um sie sicher zu betreten. Bricht das Eis unter den Füßen ein, ist schnelle Hilfe entscheidend.

Der optische Eindruck kann täuschen
Rein optisch lässt sich die Dicke der Eisschicht nur schlecht einschätzen. Selbst bei Dauerfrost sind viele Gewässer nur oberflächlich zugefroren. Deshalb gilt: Im Zweifel lieber am Ufer bleiben. Einbruchssichere Alternativen bieten künstliche Eisflächen, etwa in Eissporthallen. 

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 100 Menschen, weil das Eis bricht. Von allein schafft es kaum ein Eingebrochener, sich zu retten. Wie man sich richtig verhält, wenn man selbst oder eine andere Person ins Eis eingebrochen ist, weiß Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK:

Wenn man selbst eingebrochen ist

  • Beim Einbruch sofort Arme ausbreiten, um ein Untertauchen unter das Eis zu verhindern.
  • Trotz des Schrecks Ruhe bewahren und um Hilfe rufen.
  • Versuchen Sie sich selbst zu retten, indem Sie sich mit vorsichtigen Bewegungen in Bauch- oder Rückenlage auf die noch feste Eisschicht schieben. Dabei immer in die Richtung arbeiten, aus der Sie kamen. Denn dort hat das Eis auf dem Hinweg gehalten.
  • Am rettenden Ufer angekommen, möglichst schnell einen warmen Raum aufsuchen, um sich aufzuwärmen. Ziehen Sie dort unbedingt die nasse Kleidung aus und trockene Sachen an.
  • Unbedingt einen Arzt aufsuchen oder den Notarzt rufen, besonders bei längerer Unterkühlung. Beim Wiederaufwärmen gelangt kälteres Blut in Richtung des Herzens. Das kann gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen.
  • Klappt der eigene Rettungsversuch nicht, Panik vermeiden. Alle geistigen und körperlichen Kräfte zusammennehmen und darauf achten, sich an der Wasseroberfläche zu halten.

Wenn ich jemanden retten möchte
Rufen Sie grundsätzlich als erstes die 112 an. Schildern Sie den Rettungskräften möglichst genau den Ort. Sollten genügend Personen vor Ort sein, können Sie helfen, indem Sie die Einweisung für die Rettungskräfte organisieren.

  • Das Opfer beruhigen und eventuell zur Selbsthilfe anleiten.
  • Erst wenn das erfolgt ist, den Rettungsversuch starten.
  • Achten Sie vor Beginn der Rettung auf Ihre Eigensicherung. Robben Sie sich möglichst in Bauchlage an die Unglücksstelle heran und denken Sie an Hilfsmittel. Mit lange Gegenständen wie einem Gürtel, Stock oder Schal können Sie den Abstand zum Verunglücktem überbrücken, ohne sich selbst auf dünnes Eis zu begeben.

Erste Hilfe Maßnahmen

  • Ist das Opfer bei Bewusstsein, am rettenden Ufer die nasse Kleidung entfernen und den Geretteten möglichst in einen warmen, windgeschützten Raum bringen. Achtung, der Raum sollte nicht überwärmt sein. Dort in Decken oder Rettungsdecken (silber-gold) einwickeln.
  • Bringen Sie die verunglückte Person in eine völlige Ruhelage, sodass sie sich weder aktiv noch passiv bewegt. Auf keinen Fall Hände oder Füße massieren.
  • Warme Getränke verabreichen, aber keinen Alkohol.
  • Ist die Person nicht ansprechbar, sollten Sie sie in die stabile Seitenlage bringen. Führen Sie, wenn nötig, Wiederbelebungsmaßnahmen durch.
  • Das Opfer vor weiterer Kälte schützen, bis der herbeigerufene Rettungsdienst am Unfallort eintrifft.

Quelle: Barmer GEK

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Im Eis eingebrochen

Kindern gesunde Ernährung vermitteln

Fertigpizza, Döner oder Mahlzeiten aus Konserven: Viele Kinder bevorzugen ungesundes Essen. Wie Eltern ihren Kindern ausgewogene Ernährung vermitteln und dabei als Familie eine schöne Zeit haben, verraten Kinder- und Jugendärzte.

„In den Familien wird immer weniger mit frischen und gesunden Lebensmitteln gekocht, das spiegelt sich auch in der Kindergesundheit wider. Wir erleben immer mehr fehl- und überernährte Kinder und Jugendliche in unseren Praxen. Hier muss sich dringend etwas ändern,“ meint Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. „Die Familie ist der Platz, an dem Kinder von Beginn an ein Bewusstsein für gute Ernährung entwickeln können. Schnell und gesund zu kochen ist gar nicht so schwer.“

Tipps für Eltern

  • Frische Lebensmittel einkaufen: Ideal sind einheimische Kartoffeln und Gemüse der Saison aus der Region und zwei- bis dreimal wöchentlich ein kleines Stück Biofleisch. Diese Zutaten für eine selbstzubereitete Mahlzeit sind preiswerter als Burger, Döner und Fertigpizza.
  • Kinder am Einkauf beteiligen. Kinder, die ihr Lieblingsgemüse und Obst selbst ausgewählt haben, werden dieses auch eher essen als Sorten, die sie nicht mögen.
  • Gemeinsam kochen und backen: Möhren schneiden, Kartoffeln schälen oder aus Mehl, Eiern, Butter und Zucker einen duftenden Teig machen, den Kinder und Jugendliche mit beiden Händen bearbeiten können: Dies regt Geist und Sinne an, fördert das Sprechenlernen und schult die Grob- und Feinmotorik.
  • Essen in Gesellschaft macht Spaß: Wer sich Zeit für gemeinsame Mahlzeiten nimmt, der gibt seiner Familie Raum für Ausgelassenheit und Austausch.

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte

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Norovirus effektiv vorbeugen

Mit Norovirus-Fällen rechnen Ärzte besonders in den Wintermonaten Januar bis März. Wie Sie sich vor dem Magen-Darm-Virus schützen und im Krankheitsfall andere Personen vor einer Ansteckung bewahren, verraten Fachärzte der Gastroenterologie.

Das Norovirus wird durch den direkten Kontakt mit Erkrankten oder aber indirekt durch das Berühren verschmutzter Oberflächen übertragen. Vor allem auf Türkliniken, Ablageflächen oder in Waschbecken können sich die Krankheitserreger sammeln. „Die banalste, aber dennoch wichtigste Maßnahme, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern, ist deshalb häufiges und gründliches Händewaschen“, sagt -Prof. Ansgar W. Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Experte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Hygiene ist das A und O 

Kommt es dennoch zu einer Infektion mit dem hochansteckenden Virus, sollten Betroffene die Magen-Darm-Erkrankung zu Hause auskurieren. Penible Hygiene beugt einer Ansteckung innerhalb der Familie vor: Handtücher und andere Hygieneartikel sind separat zu benutzen. Handtücher, Kleidung und Bettwäsche werden bei hohen Temperaturen gewaschen. Oft benutzte Oberflächen sollten mit Einwegtüchern regelmäßig gereinigt werden. Angehörige und Pflegende greifen hierbei am besten auf Einmalhandschuhe zurück.

Erkrankung gut auskurieren
„Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen ab 70 haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe“, erklärt Prof. Lohse. „Wenn Angehörige oder Pflegende feststellen, dass sich der Allgemeinzustand eines Patienten verschlechtert, sollten sie medizinische Hilfe suchen.“ Hier ist es wichtig, den Erkrankten in der Praxis oder Klinik voranzumelden, da diese von anderen isoliert werden. Da der Körper die Erreger nach Abklingen der Symptome noch einige Tage mit dem Stuhl ausscheidet, ist auch noch einige Zeit danach Vorsicht geboten. „Mindestens zwei Tage sollten Betroffene nach der Erkrankung noch zu Hause bleiben, da in dieser Zeit das Risiko, andere anzustecken, noch erhöht ist“, rät Prof. Lohse.

Quelle: DGVS

 

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Herzanfall-Gefahr bei Minusgraden

Niedrige Temperaturen können unser Herz belasten. Betroffene sollten Herzbeschwerden wie Brustschmerzen oder Atemnot ernst nehmen, denn sie können Vorboten von Angina-pectoris-Anfällen oder einem Herzinfarkt sein.

Aufgrund starker Kälte verengen sich die Herzkranzgefäße. Dies mindert die Versorgung des Herzens mit Blut, sodass der Muskel weniger Sauerstoff erhält. Gleichzeitig verengen sich viele weitere Gefäße im übrigen Körper und der Blutdruck steigt an. Folglich muss das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen. „Geht ein bisher Gesunder in die Kälte hinaus und bekommt plötzlich Schmerzen, einen Druck oder Brennen im Brustkorb und Atemnot, dann ist das ein Warnzeichen“, betont der Herzspezialist Prof. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Umgehend sollte ein Arzt aufgesucht werden, der das Herz gründlich untersucht.“

Gefühlte Kälte entscheidend
Es gibt keine genaue Temperaturangabe im Minusbereich, ab der das Herz gefährdet ist. Es kommt weniger auf die vom Thermometer gemessene Kälte an, sondern eher auf die empfundene Kälte. Bewegung bei Minus –5 Grad Celsius kann bei Gegenwind oder Smogwetter deutlich unangenehmer sein als ein klarer windstiller Tag bei Minus 5–10 Grad Celsius. Bei Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich wird möglichst auf körperliche Belastung verzichtet oder diese auf ein Mindestmaß begrenzt. „Wenn Herzpatienten bei Minusgraden ins Freie gehen, sollten sie nach Möglichkeit einen Schal leicht über Nase und Mund legen, damit sie die vorgewärmte Luft vor den Minusgraden schützt“, rät Prof. Meinertz.

Weitere Informationen
Wie Herz-Patienten sich bei Kälte am besten schützen, erfahren Sie auf der Homepage der Deutschen Herzstiftung oder in der kostenfreien Expertenschrift „Wie komme ich gut durch den Winter?“, die per Tel. unter 069 955128-400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de angefordert werden kann.

 

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Übelkeit und Erbrechen bei Migräne

Ein akuter Migräne-Anfall kann mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Dies beeinträchtigt die Aufnahme von Schmerzmitteln. Eine kombinierte Einnahme von Schmerzmittel und Mitteln gegen Übelkeit kann sinnvoll sein.

Eine Migräne-Attacke mit leichten bis mittelstarken Kopfschmerzen kann mit rezeptfreien Wirkstoffen behandelt werden, wie Acetylsalicysäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Übelkeit und Erbrechen können jedoch die Aufnahme dieser Schmerzmittel in den Körper beeinträchtigen. „Bei Migräne kann es im Rahmen eines Anfalls zu einer gestörten Bewegungsfähigkeit des Verdauungstraktes kommen“, erklärt Dr. Curt Beil, vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) mit Sitz in Krefeld. „Dadurch wird auch die Aufnahmefähigkeit des Magens und Darms für Schmerzmittel beeinträchtigt und sie gelangen erst spät oder gar nicht an ihren Wirkort.“

Erst Mittel gegen Übelkeit, dann Schmerzmittel
Um die Wirksamkeit der Schmerzmittel zu verbessern, ist es wichtig, die Medikamente bei einer Attacke möglichst frühzeitig einzunehmen. „Auch können die Schmerzmittel mit Medikamenten – so genannten Antiemetika – kombiniert werden, die gegen Übelkeit und Erbrechen wirksam sind“, ergänzt Dr. Beil. „Sie regen die Magen-Darm-Tätigkeit an, wodurch Migräne- und Schmerzmittel vom Körper besser aufgenommen werden und daher auch schneller wirken. Bei Bedarf sollte dann am besten zuerst das Medikament gegen Übelkeit eingenommen werden.“ Die kombinierte Einnahme mit Antiemetika sollten Betroffene jedoch immer mit einem Apotheker oder Facharzt absprechen, um Neben- und Wechselwirkungen zu vermeiden.

Bei Erbrechen können Zäpfchen, Spritzen oder Nasensprays helfen
Bei schweren Migräne-Attacken sind so genannte Triptane hilfreich. Diese Medikamente wirken in der Akut-Therapie der Migräne auch gegen Übelkeit und Erbrechen, so dass Patienten nicht zusätzlich Antiemetika einnehmen müssen. „Triptane sind als Tabletten aber auch als Zäpfchen, Nasensprays oder Fertigspritzen zur Selbstinjektion im Handel“, berichtet Dr. Beil. Der Neurologe rät: „Letztere Präparate eignen sich gut für Patienten, die unter Übelkeit und Erbrechen leiden, weil sie die Magen-Darm-Passage umgehen. Der Wirkstoff kann dann direkt über die Schleimhäute oder unter die Haut gespritzt aufgenommen werden.“

Schmerzmittel nur kurzfristig anwenden
Triptane sowie auch freiverkäufliche Schmerzmittel dürfen nicht zu häufig eingenommen werden. Sonst können die Medikamente selbst einen Dauerkopfschmerz hervorrufen. Apotheker und Ärzte beraten Betroffene hinsichtlich der geeigneten Einnahmedauer und Dosierung. Bei häufigen Anfällen können Betroffene ergänzend vorbeugende Maßnahmen ergreifen, etwa Entspannungsverfahren, Stressmanagement oder auch eine Biofeedback-Therapie.

Quelle: Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN)

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Pinguin-Gang bei Glatteis

Knochenbrüche, Prellungen oder Kopfplatzwunden – bei Eis und Glätte steigt die Gefahr, auf Wegen auszurutschen und zu stürzen. Pinguine geben eine Idee, wie wir Stürzen vorbeugen.

„Im Winter verschärft sich die Gangunsicherheit insbesondere von älteren Menschen“, erklärt Dr. Christopher Spering, Leiter der Sektion Prävention der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU). „Hinzu kommen verzögerte Reflexe. Im Falle eines Sturzes können sich betagte Menschen nicht ausreichend abfangen und stürzen ungebremst auf den harten Boden. Aufgrund des oftmals gebrechlichen Allgemeinzustandes fallen die Verletzungen dann besonders schwer aus.“ 

Pinguin-Gang bietet Sicherheit
Orthopäden und Unfallchirurgen raten zum Pinguin-Gang: Dabei wird der Körperschwerpunkt über dem vorderen, also dem auftretenden Bein ausgerichtet. Der Fuß setzt mit ganzer Sohle auf und zeigt leicht nach außen. Das belastete Bein steht damit im rechten Winkel zum Boden. Die so leicht nach vorn geneigte Körperhaltung sorgt für mehr Stabilität und ermöglicht, auf glattem Untergrund das Gleichgewicht zu halten.

5 weitere Tipps beugen Sturz vor
Damit Fußgänger auf spiegelglattem Asphalt sicherer unterwegs sind, geben die Fachärzte fünf weitere Tipps:

  • Halt suchen: Menschen, die mit anderen unterwegs sind, können sich bei einer Person einhaken und sich so gegenseitig stützen. Das Entlangtasten an einer Häuserwand oder das Halten an einem Geländer gibt ebenfalls mehr Sicherheit.
  • Schuhe mit Profil sind Pflicht. Wer im Arbeitsleben elegante Schuhe trägt, zieht diese am besten erst im Büro an.
  • Schuh-Spikes nutzen: Durch die Nutzung von Spikes lässt sich auch normales Schuhwerk wintertauglich machen. Die Spikes, auch als Anti-Rutsch-Sohle bezeichnet, lassen sich schnell und unkompliziert am Schuh befestigen.
  • Dem Fahrrad eine Winterpause gönnen: Der Drahtesel sollte in der kalten Jahreszeit keine Saison haben, raten die Unfallchirurgen. Da es keine Winterreifen besitzt, rutschen die Räder beim Bremsen auf Schnee und bei Glätte schnell zur Seite und erhöhen die Unfallgefahr.
  • Bei starker Glätte sollten gangunsichere ältere Menschen keine unnötigen Gefahren eingehen und möglichst zu Hause bleiben.

 

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Bei Vergiftungen richtig reagieren

Medikamente, Suchtmittel, Putzutensilien – Vergiftungen geschehen häufiger als viele Menschen denken. Umso wichtiger ist es, für den Notfall vorbereitet zu sein. Wie Sie im Vergiftungsfall richtig handeln, lesen Sie hier.

Gerade bei Kindern sind akute Vergiftungen (Intoxikation) keine Seltenheit: Herumliegende Medikamente, Putz- oder Pflanzenschutzmittel erwecken die Neugierde der kleinen Abenteurer und führen jährlich bei 30.000 Kindern zu einer Intoxikation. Bei Erwachsenen sind meist Selbstmordversuche ursächlich für Vergiftungen, die überwiegend mit einer Überdosis an Medikamenten getätigt werden, häufig in Kombination mit Alkohol. Auch Giftstoffe aus Pilzen, Pflanzen oder Beeren oder das Einatmen von giftigen Gasen über die Lunge bergen Gefahren. Je nach Art der toxisch wirkenden Substanz (Noxe) reagiert meist der Verdauungstrakt mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö) oder Koliken. Auch das Nervensystem kann mit Erregungszuständen beteiligt sein. Bei Vergiftungen werden die grundsätzlichen lebensrettenden Sofortmaßnahmen der Ersten Hilfe durchgeführt. Je nach Vergiftungsart und Situation können die einzelnen Maßnahmen variieren. Dies müssen Sie vor Ort entscheiden. Der Apotheker Dietmar Kramer erklärt Ihnen in der PTA-heute, welche Aspekte infrage kommen.

Gefahrenzone verlassen und an Eigenschutz denken
Bringen Sie den Betroffenen aus der Gefahrenzone. Achten Sie dabei auf Ihre eigene Sicherheit – diese hat Vorrang. Je nach Situation sollten Sie beispielsweise – wenn vorhanden – Schutzhandschuhe anziehen oder eine Beatmungshilfe nutzen. Ist die Lebensgefahr zu groß, rufen Sie die Feuerwehr, den Rettungsdienst oder die Polizei. Schätzen Sie ein, ob es notwendig ist, einen Notarzt (112) zu rufen. Fühlen Sie sich bis zum Eintreffen der professionellen Hilfskräfte mit der Situation überfordert, holen Sie sich bei Passanten oder Nachbarn Verstärkung. 

Giftnotrufzentrale bietet professionelle Beratung
Fachgerechte Hilfestellung können die Giftinformationszentrum (GIZ) leisten. Die neun bundesweiten Zentralen sind rund um die Uhr besetzt und werden Ihnen in der Regel mehrere W-Fragen zur Vergiftung stellen. Anschließend erhalten Sie konkrete Anweisungen, was in Ihrem Fall zu tun ist. Die Experten der GIZ werden Ihnen auch mitteilen, ob und wie Sie die Aufnahme der Noxe stoppen oder den Wirkungseintritt verzögern können. Bei Vergiftungsunfällen gibt es Erste-Hilfe-Maßnahmen, die unwirksam oder gefährlich sein können, erklärt der Apotheker Kramer. Nutzen Sie das Beratungsangebot der GIZ und erkundigen Sie sich im Zweifelsfall, was Sie beachten sollten.

Vitalfunktionen durch Sofortmaßnahmen aufrechterhalten 

Prüfen Sie das Bewusstsein sowie die Orientierungs- und Erinnerungsfähigkeit des Betroffenen: Sprechen Sie den Hilfebedürftigen an, fragen Sie nach seinem Namen, beruhigen und trösten Sie ihn. Außerdem sind die Lebensfunktionen zu kontrollieren und aufrechtzuerhalten, also Kreislauf (Blutdruck, Puls) und Körpertemperatur. Stellen Sie sicher, dass der Betroffene problemlos atmen kann. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage besteht die Gefahr, dass Mageninhalt in die Luftröhre oder Lunge fließt und zur Erstickung führt. Mit einer stabilen Seitenlage können Sie dies verhindern. Versucht der Betroffene zu Erbrechen, unterstützen Sie ihn am besten. Erzwingen Sie jedoch kein Erbrechen. Blockiert eine Zahnprothese die Atemwege, entfernen Sie diese. Eine zurückgefallene Zunge kann ebenfalls das Atmen von Bewusstlosen behindern und sollte daher in die richtige Position gebracht werden. Bei Atemstillstand führen Sie sofort eine Wiederbelebung mittels Herzdruckmassage durch. Je nach Blutungsstärke offener Wunden, decken Sie diese mittels Verbandsmaterial oder Vergleichbarem ab. Bei sehr starkem Blutverlust lagern Sie das betroffene Körperteil über das Niveau des Herzens, damit der Druck nachlässt.

Vergiftungsursache verwahren 

Für die Behandlung im Krankenhaus ist die Untersuchung der Vergiftungsursache wichtig. Stellen Sie deshalb das Erbrochene, Verpackungen der vermeintlich ursächlichen Medikamente, Putzmittel oder Sonstigem sicher. 

Weitere Betreuung des Betroffenen
Eine Decke schützt den Körper vor Kälte und vermittelt das Gefühl von Geborgenheit. Kontrollieren Sie wiederholt Atmung und Bewusstsein. Stellen Sie sicher, dass Sie alle Hinweise der GIZ durchgeführt haben, soweit Ihnen dies möglich ist. 

Quelle:

Dietmar Kramer: Vorsicht, giftig! Bei Vergiftungen richtig handeln. In: PTA-heute, Heft 8, April 2016, S. 72-75.

 

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