HPV-Impfung auch für Jungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfahl auf ihrer 90. Sitzung am 5. Juni 2018 die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Nachholimpfung wird bis zu einem Alter von 17 Jahren angeraten.

Medizin-Nobelpreisträger sieht Vorteile für Männer und Frauen
Die Impfempfehlung für Jungen gilt erst ab Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin Ende August. Dann klärt sich auch die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung.

„Es gibt ja schon seit Langem eine ganze Reihe an zwingenden Gründen dafür, auch Jungs zu impfen: Das offensichtlichste Argument ist, dass in nahezu allen Kulturen die jungen Männer mehr Sexualpartner haben als Frauen der gleichen Altersgruppe. Damit sind Männer die wichtigsten Verbreiter der Infektion“, erläutert der Mediziner Harald zur Hausen in einem Interview mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Zur Hausen gilt als Wegbereiter für die HPV-Impfung. Mit seinen Forschungsprojekten klärte er den Zusammenhang zwischen HPV und der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs auf und schuf die Grundlage für die HPV-Impfstoffentwicklung. Dafür erhielt er im Jahr 2008 den Nobelpreis für Medizin.

„Die Impfung schützt ja nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs, sondern auch vor verschiedenen anderen Krebsarten, die auch Männer treffen können, und die durch die gleichen HPV-Typen ausgelöst werden, etwa Mund-Rachen-Krebs oder Analkrebs. Insgesamt gehen pro Jahr in Deutschland etwa 1.000 Krebsfälle bei Männern auf das Konto von HPV“, hebt zur Hausen den Benefit für Männer durch eine HPV-Impfung hervor. Zusätzlich bietet die Impfung laut zur Hausen einen Schutz vor den weit verbreiteten Genitalwarzen, die zwar nicht lebensbedrohlich, aber unangenehm seien.

Das große Ziel: Schutz der Gemeinschaft vor HPV-Infektionen
„Bei HPV schätzen wir, dass etwa 85 Prozent aller Jugendlichen geimpft sein müssen, um die Infektionskette zu durchbrechen“, betont der Nobelpreisträger. Die Durchimpfungsrate bei 15-jährigen Mädchen liegt laut Robert Koch-Institut bundesweit bei knapp über 30 Prozent. Zur Hausen hebt den verschwindenden Bruchteil der gegen HPV-geschützten Jungen hervor. Deutschland sei damit „meilenweit von einem Gemeinschaftsschutz entfernt“.

Quelle: Ärzteblatt

Weitere Informationen zum humanen Papillomvirus und zur Vorabinformation der STIKO auf den Seiten des Robert Koch-Instituts.

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HPV-Impfung auch für Jungen

HIV-Selbsttest für zu Hause

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereitet eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung vor. Sie erlaubt die Abgabe von HIV-Selbsttests direkt an Betroffene. Etwa zwölf Wochen nach Ansteckung kann der Test eine HIV-Infektion feststellen.

Zugang zum Test erleichtern
In Deutschland lebten nach Zahlen des Robert Koch-Instituts im Jahr 2016 über 88.000 Menschen mit einer HIV-Infektion (Humanes Immundefizienz-Virus), etwa 500 Personen verstarben daran. Jeder 7. Infizierte (12.700 Menschen) wusste nichts von seiner HIV-Infektion.

Ein HIV-Selbsttest erreiche auch jene, die sich sonst nicht testen lassen würden, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Laut der Deutschen Aidshilfe sinkt mit einem Selbsttest die Hemmschwelle, HIV diagnostizieren zu lassen und früh mit einer Therapie zu beginnen. „Und andere haben bei Unsicherheit die Chance auf schnelle Gewissheit, nicht infiziert zu sein“, ergänzt der Minister.

Frühe Diagnose für alle von Vorteil
Die Möglichkeit, einen HIV-Test selbst zu Hause durchzuführen, könne die Hemmschwelle senken“, erklärt Sylvia Urban von der Deutschen Aidshilfe. Viele scheuten aus Angst oder Scham den Gang in eine Arztpraxis, zur Aidshilfe oder ins Gesundheitsamt. Ein Selbsttest werde dazu beitragen, „dass mehr Menschen möglichst früh von ihrer HIV-Infektion erfahren und eine Therapie in Anspruch nehmen“, stellt Urban in Aussicht. Späte Diagnosen sind häufig mit höheren Behandlungskosten der AIDS-Beschwerden sowie einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Zusätzlich geben HIV-Infizierte ohne Testergebnis den Virus ohne ihr Wissen weiter.

Quelle: Ärzteblatt

Weitere Informationen zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung (HIV-Selbsttest) sowie Beratungsmöglichkeiten zur HIV-Erkrankung auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums.

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Stillen und Schmerzmittel

Die Einnahme von verschreibungsfreien Schmerzmitteln (Analgetika) hat kaum Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Muttermilch. Die Apothekerkammer Niedersachsen rät Müttern, Arzneimittel nur überlegt einzusetzen.

Schmerzmittel kein Grund zum Abstillen
Die Muttermilch versorgt Babys in ihren ersten Lebensmonaten mit Nährstoffen und wichtigen Abwehrstoffen gegen Infektionskrankheiten. Gesunde Säuglinge benötigen in dieser Zeit keine zugefütterte Nahrung oder zusätzliche Flüssigkeit. Viele Mütter fragen sich jedoch, ob die Einnahme von frei verkäuflichen Schmerzmitteln schädlich für das Kind ist. Laut der Apothekerkammer Niedersachsen gehen zwar viele Medikamente in die Muttermilch über, die Wirkstoffkonzentration bleibt aber weit unter einer therapeutischen Dosis für das Baby. In aller Regel stellt die Selbstmedikation mit Analgetika keinen Grund dar abzustillen.

Analgetika bewusst einsetzen
Besonders in der ersten Zeit nach der Geburt leiden junge Mütter unter zu wenig Schlaf, Flüssigkeitsmangel und fehlender Bewegung an der frischen Luft. Viele dieser Faktoren, die Stress und Beschwerden auslösen, sind ohne den Griff zur Tablette behandelbar: Stillenden wird empfohlen, ausreichend zu trinken und mit dem Baby an der frischen Luft spazieren zu gehen. Wenn das Kind schläft, ist auch für die Mutter eine Ruhephase angesagt. Massagen mit ätherischen Ölen lindern Verspannungen.

Unter den verschreibungsfreien Schmerzmitteln sind die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol für Stillende besser geeignet als ASS. Präparate mit nur einem Wirkstoff sind Kombinationspräparaten vorzuziehen. Zu beachten ist, dass in Tees und pflanzlichen Zubereitungen die Wirkstoffmengen sehr schwanken können. Fragen zur Stillverträglichkeit lassen sich in der Apotheke vor Ort klären.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

Weitere Informationen für Schwangere und Stillende zu Nebenwirkungen von Arzneimitteln und zur Behandlung häufiger Krankheiten vom Beratungszentrum der Charité Berlin.

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Phänomen Seitenstechen

Schmerzhaftes Seitenstechen tritt meist bei Freizeitsportlern und nur unter Belastung auf. Die Gründe sind bis heute wissenschaftlich nicht geklärt. Experten geben Tipps, wie man Seitenstechen vermeiden kann.

Schmerzhaft, aber ungefährlich
Seitenstechen ist ein Schmerz in der rechten oder linken Seite des Bauches. Betroffen sind meist Ausdauersportler, vor allem Läufer. „Eher selten kommt es auch beim Schwimmen oder Radfahren vor“, erklärt Prof. Klaus Völker, Weiterbildungsbeauftragter der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Seitenstechen tut zwar weh, gesundheitsgefährdende Folgen sind aber nicht bekannt: „Es geht nach dem Sport wieder weg und verursacht keine bleibenden Schäden“, beruhigt Völker. Der Mediziner aus Münster ergänzt, dass häufig Seitenstechen bei Menschen auftritt, die schlecht trainiert sind oder eine längere Trainingspause hinter sich haben.

Viele Möglichkeiten, dem Schmerz zu entgehen
Es existieren verschiedene Erklärungsansätze, woher das Seitenstechen kommt. „Wenn man das Seitenstechen […] untersuchen will, ist es schon weg“, erläutert Völker. Seiner Meinung nach hat die Entstehung mit der Umverteilung des Blutes während des Sports zu tun. Die Durchblutung der arbeitenden Muskeln steigt an, dagegen wird der Blutfluss in Leber und Milz reduziert, was laut Völker zu Verformungen der Organe und einer Zugbelastung auf die bindegewebigen Strukturen zur Folge hat. „Beides erzeugt wahrscheinlich die Schmerzen“, folgert Völker.

Andere Experten halten Gasblasen im Darm, die sich verklemmt haben, für die Ursache des Seitenstechens. Auch die schlechte Sauerstoffversorgung des Zwerchfells oder ein Druck auf die Nerven zwischen den Rippen stehen im Verdacht, Auslöser für die krampfartigen Schmerzen zu sein.

Die Experten sind sich einig: Wer Seitenstechen vermeiden will, passt das sportliche Programm am besten seinen eigenen Fähigkeiten an. Ebenfalls hilfreich sind gutes Aufwärmen und ausreichend Zeit für die Verdauung einer Mahlzeit. Wenn der Schmerz bereits in die Seite geschossen ist, empfiehlt Daniel Lay, Arzt an der Sporthochschule Köln, die Arme nach oben zu strecken und den Körper in eine aufrechte Position zu bringen.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

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Medikamente kühl lagern

Sowohl Apotheker wie auch Patienten stellt das warme Wetter vor besondere Aufgaben: Temperaturempfindliche Arzneimittel müssen bei Lagerung und während einer Reise gekühlt werden, damit sie wirksam bleiben.

Apotheke vor Ort garantiert Kühlung ohne Unterbrechung
Jedes Jahr erfordern etwa 30 Millionen der ärztlich verordneten Arzneimittel eine Lagertemperatur von höchstens 8 Grad Celsius. Darunter sind einige besonders empfindliche Medikamente, die während der gesamten Lieferkette sowie bei der Lagerung zwischen 2 und 8 Grad Celsius gekühlt werden müssen. Zu diesen kühlkettenpflichtigen Arzneimitteln gehören zum Beispiel Impfstoffe, Asthmasprays und bestimmte Augentropfen. Der Apotheker und Patientenbeauftragte des Deutschen Apothekerverbandes Berend Groeneveld verweist auf die Rolle der Apotheken: „Kühlpflichtige Arzneimittel eignen sich kaum für den Versandweg. Bei Arzneimitteln aus der Apotheke vor Ort ist die Temperaturführung […] bis zur Abgabe an den Patienten indes garantiert. Deswegen ist es für Patienten wichtig, eine Apotheke in der Nähe zu haben.“

Kühlpflichtig oder nicht? Die Apotheke gibt Auskunft
Groeneveld gibt als praktischen Tipp: „Wenn ein Arzneimittel kühlpflichtig ist, so ist das auf der Packung vermerkt. Patienten, die unsicher sind, können aber jederzeit in ihrer Apotheke fragen.“

„Vorsicht […] bei Medikamenten wie Insulin, die zuhause im Kühlschrank gelagert werden müssen! Das Insulin kann unterwegs in einer Kühlbox mit Kühlakku gelagert werden, darf aber nicht einfrieren und sollte deshalb mit einem Handtuch umwickelt werden. Insulinpens, die im Gebrauch sind, können bei Raumtemperatur gelagert werden, aber nicht über 25 Grad Celsius,“ rät Groeneveld bei längeren Reisen.

Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)

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Wundversorgung leicht gemacht

Ein Schnitt mit dem Küchenmesser oder eine Schürfwunde am Knie – sicher hat Jeder schon einmal eine Wunde behandeln müssen. Es ist nicht einfach, im großen Angebot an Reinigungslösungen, Pflastern und Kompressen die Übersicht zu behalten. Worauf Sie beim Versorgen von Wunden achten sollten und welche Hilfsmittel Sie in der Apotheke bekommen.

Am Anfang steht die Wundreinigung
Nur saubere Wunden heilen problemlos und ohne große Narben aus. Zum Säubern benutzt man Wundspüllösungen, die Bakterien und Fremdkörper aus der Wunde herausschwemmen. Es eignen sich dafür physiologische Kochsalzlösung (0,9-prozentig) oder Ringerlösung, die zusätzlich Elektrolyte enthält und für eine längere Spülanwendung gedacht ist. Produkte, die Sie in Ihrer Apotheke erhalten, sind zum Beispiel Urgo® steriles Kochsalzlösungsspray, ActiMaris® sensitiv und KerraSol® Lösung/Spray.

Hinweis: In unkonservierter Form ist eine Wundspüllösung nach Anbruch schnell zu verbrauchen. Lösungen mit Konservierungsmitteln halten mehrere Wochen, wenn Sie den Inhalt hygienisch entnehmen. Aber Achtung: Konservierungsmittel töten keine Keime in entzündeten Wunden ab!

Reinigung und Antisepsis in einem: Wunddesinfektionsmittel
Wundantiseptika sind in der Lage, Wunden nicht nur auszuspülen, sondern sie beseitigen gleichzeitig die Erreger von Entzündungen. Geeignete Produkte enthalten entweder den Wirkstoff Octenidin (zum Beispiel 0,1 Protzent in Octenisept®) oder Polihexanid (zum Beispiel 0,02 oder 0,04 Prozent in Serasept® 1/2). Octenidin wirkt mit 1 bis 2 Minuten schneller als Polihexanid, welches derzeit das einzige Antiseptikum mit wundheilungsfördernder Wirkung ist.

Hinweis: Produkte auf Jod-Basis wie zum Beispiel Betaisodona® und Braunovidon® wirken zwar schnell und sind auch auf Knorpelgewebe erlaubt, sie haben aber Nachteile wie die braune Verfärbung der Wunde. Sie dürfen diese Produkte nicht anwenden, wenn Sie schwanger sind oder unter einer Schilddrüsenerkrankung leiden.

Erstversorgung mit Kompressen
Für die Erstversorgung von blutenden Wunden eignen sich sterile Mullkompressen, die rasch Flüssigkeit aufsaugen und mit denen Sie die Umgebung der Wunde reinigen können. Sobald der Heilungsprozess bei einer Verletzung begonnen hat, kommen Saugkompressen zum Einsatz. Die Vlieshülle aus glatten, synthetischen Fasern umschließt einen saugfähigen Kern aus Zellstoff oder Watte (zum Beispiel Cutisorb®, Urgo® Pad, Zetuvit®). Durchlässige Kunststoffnetze oder die Bedampfung mit Aluminium verhindern, dass die Auflage mit der Wunde verklebt (zum Beispiel Askina® Pad, Solvaline N® sowie Aluderm®, Alumin®).

Tipp: Saugkompressen bieten Ihnen eine preiswerte und sinnvolle Alternative, wenn absehbar ist, dass Sie häufig den Verband wechseln.

Der Klassiker: Pflaster
In den Finger geschnitten? Ein aufgeschürfter Ellenbogen? Pflaster (Wundschnellverbände) in verschiedenen Größen helfen Ihnen unkompliziert und rasch bei der Behandlung kleiner Verletzungen. Ob Sie zur elastischen Pflastervariante greifen, hängt vom Ort der Verletzung ab. Wasserfeste Wundschnellverbände sind atmungsaktiv und gegebenenfalls mit antibakteriell wirkenden Metallen beschichtet (zum Beispiel Hansaplast® Med, aluderm-aluplast®).

Eine moderne Weiterentwicklung stellen die so genannten Wunddistanzgitter dar: Sie sind für Schürfwunden, chronische Wunden und Verbrennungen gedacht und besitzen eventuell eine hautfreundliche Beschichtung. Dadurch können Wunddistanzgitter mehrere Tage auf der Wunde verbleiben und Sie müssen nur den darüberliegenden Verband wechseln.

Tipp: Für besondere Zwecke erhalten Sie in Ihrer Apotheke bereits vorgeschnittene Pflaster. So verarzten Sie Blasen an den Füßen oder Schnitte an der Fingerkuppe noch effektiver.

Hydrogele, Kolloide und Algenextrakte: die moderne Wundversorgung
Eine hydroaktive Wundversorgung schafft beste Bedingungen für eine schnelle Heilung: ein feucht-warmes Wundklima über längere Zeit, kein Verkleben und das Aufsaugen von Sekret. Hydroaktive Auflagen oder Gele werden aus natürlichen Seealgen-Bestandteilen (zum Beispiel Askina® Sorb, Sorbsan®) oder Hydrokolloiden gewonnen, die einerseits Feuchtigkeit abgeben und andererseits Wundsekret aufnehmen, zum Beispiel Hyalofill®-F /Hyalomatrix, Tegaderm® 3M® Hydrogel, GoTa®-derm foam/thin. Spezielle Schaumverbände sind in der Lage, eine besonders große Menge Wundsekret aufzunehmen und die Verletzung sicher abzupolstern (zum Beispiel Eco-Foom®, UrgoTül® Foam Border, Kendall® Schaumverband).

Tipp: Hydrokolloidpflaster erhalten Sie in handlichen Größen und praktischen Abpackungen in der Apotheke (zum Beispiel Ratioline® Gelpflaster, Dermaplast® Hydro Schürfwundenpflaster). Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten, welches Pflaster für Ihre Bedürfnisse das beste ist.

Welche Anforderungen muss der ideale Wundverband erfüllen?

  • Er sorgt für ein feucht-warmes Milieu ohne Austrocknung im Wundbereich.
  • Überschüssiges Sekret aus der Wunde nimmt er auf.
  • Für Luft ist der Wundverband durchlässig, aber Keime gelangen von außen nicht in die Wunde.
  • Der Verband kann ohne Schmerzen gewechselt werden, weil er nicht mit der Wunde verklebt.
  • Es lösen sich keine Fasern oder Partikel vom Verband und verschmutzen die Wunde.

Quelle: Ralf Schlenger: Zwischen traditionell und hydroaktiv, Deutsche Apotheker Zeitung, Ausgabe 17/2018, April 2018.

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Ungetrübtes Grillvergnügen

Im Grillrauch befindet sich eine Vielzahl krebserregender Stoffe. Sie werden durch Einatmen und über die Haut aufgenommen, wie chinesische Forscher nachwiesen. Das Umweltbundesamt gibt Tipps zum richtigen Grillen.

Giftige Verbindungen im Grillrauch
Jia-Yong Lao und sein Team von der Jinan Universität in Guangzhou, China, untersuchten die Frage, über welche Wege die so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) vom Menschen beim Grillvorgang aufgenommen werden. PAK entstehen, wenn Fett, Saft oder Marinade vom Grillgut ins Feuer tropfen und verbrennen. Sie steigen dann mit dem Grillrauch auf und lagern sich am Grillgut ab. Die Verbindungen stehen im Verdacht, das Erkrankungsrisiko für bestimmte Krebsarten und Atemwegserkrankungen zu erhöhen.

An der zweieinhalb stündigen Grill-Studie nahmen 20 gesunde junge Männer teil, eingeteilt in verschiedene Gruppen. Eine Gruppe stand und atmete in der Nähe des Grills und aß gegrilltes Fleisch. Die zweite Gruppe stand und atmete nahe am Grill, aß aber kein Grillgut und die dritte Gruppe stand mit Atemmaske im Grillrauch und aß ebenfalls kein Grillfleisch. Die Laboranalysen ergaben, dass die Urinproben der Fleischkonsumenten die höchsten Konzentrationen an PAK hatten. Über die Haut wurden mehr gefährliche Stoffe aufgenommen als durch die Inhalation des Rauchs. Die Wissenschaftler betonen, dass auch Kleidung nicht komplett vor der Aufnahme von PAK über die Haut schütze. Sie empfehlen, nach dem Grillen die Kleidung zu wechseln und zu waschen.

Umweltbundesamt gibt Tipps für gefahrloses Grillen
Wird Fleisch zu heiß oder zu lange gegrillt, entstehen zusätzlich andere gefährliche Stoffe wie zum Beispiel aromatische Amine. Das Umweltbundesamt rät: Schwarze Krusten abschneiden und nichts Verkohltes essen. Schalen aus Aluminium verhindern das Anbrennen, dürfen aber nicht mit säurehaltigen oder gesalzenen Speisen in Kontakt kommen, da sich sonst das Aluminium löst und ins Grillgut übertritt. Gepökelte Lebensmittel wie Wiener Würstchen, Speck oder Schinken gehören nicht auf den Grill: Beim Erhitzen entstehen krebserregende Nitrosamine. Eine gesunde und ungefährliche Alternative: gegrilltes Gemüse.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

Weitere Informationen und Tipps zum gesunden Grillen auf den Seiten des Umweltbundesamtes.

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Diagnose Multiple Sklerose

Die ersten Krankheitszeichen der Multiplen Sklerose (MS) sind für Patienten oft nicht eindeutig. Eine frühe medikamentöse Behandlung und die zuverlässige Einnahme der Arznei verlangsamen das Fortschreiten der Erkrankung.

Behandlungsbeginn so frühzeitig wie möglich
Die Krankheit Multiple Sklerose entsteht aufgrund von verstreuten Entzündungsherden in Rückenmark und Gehirn. Die Nervenfasern sind nicht mehr in der Lage, Signale, die vom Körper kommen oder zum Körper gesendet werden, richtig zu verarbeiten. Betroffene leiden dann beispielsweise unter Kribbeln und Missempfindungen in den Beinen, sie stolpern vermehrt oder bekommen Schwierigkeiten beim Sehen. In Deutschland sind laut neuesten Zahlen des Bundesversicherungsamtes über 200.000 Menschen an MS erkrankt, jedes Jahr kommen etwa 2.500 Neuerkrankungen hinzu. Meist betrifft die Krankheit junge Erwachsene zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, wobei Frauen doppelt so häufig wie Männer erkranken.

Die ersten Symptome einer MS sind oft unspezifisch. „Da die Krankheit aus scheinbarer Gesundheit heraus beginnt, werden die ersten, wenig charakteristischen Symptome von Patienten oft nicht ernst genommen“, erläutert Kai Girwert, Apotheker in Langenhagen. Die Diagnose MS wird im Durchschnitt erst 3 Jahre nach dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen gestellt.

Meist verläuft MS in Schüben. Medikamente gegen MS verlängern das krankheitsfreie Intervall zwischen den Krankheitsschüben. Für Patienten bedeutet das, Arzneimittel auch dann einzunehmen, wenn sie keine Verschlechterung spüren. „Hier müssen wir oft Überzeugungsarbeit leisten und mit den Patienten über ihre Ängste sprechen“, betont Girwert.

Korrekte Medikamenteneinnahme bei MS sehr wichtig
Girwert hebt die Bedeutung einer individuellen Beratung in der Apotheke hervor: „Nur aufgeklärte Patienten können den Sinn der Therapie einschätzen und nehmen die oft relativ teuren Arzneimittel zuverlässig ein. Durch sachliche Information kann der Apotheker dem Patienten helfen, die Arzneimittel korrekt anzuwenden.“ Zum Beispiel vertragen Patienten Interferone besser, wenn sie vor der Selbstinjektion die Haut kühlen. Die Injektionslösung sollte dabei Raumtemperatur haben. Teilweise kann der Patient die grippeartigen Nebenwirkungen „verschlafen“, wenn die Lösung am Abend gespritzt wird.

Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)

Weitere Informationen zur Erkrankung MS auf den Seiten der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V.

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Mit Nanotechnologie gegen Krebs

Wissenschaftler verknüpften zwei Wirkstoffe aus der Krebstherapie miteinander und verpackten sie in kleine Transportmoleküle. Die Substanzen reicherten sich im Tumorgewebe stark an. Es gab kaum Nebenwirkungen.

Mizellen – kleine Nanotransporter in der Krebstherapie
Mit Mizellen bezeichnet man kleine, oft kugelförmige Molekülkomplexe, die als Nanotransporter für medizinische Wirkstoffe ihren Einsatz finden. Eine zu geringe Beladung der Mizellen, das zu frühe Freisetzen des Wirkstoffs und eine nicht ausreichende Anhäufung im Tumorgewebe sind zur Zeit die größten Herausforderungen in Bezug auf den Nanotransporter. Ein Team aus amerikanischen und chinesischen Forschern führte Experimente an Zellkulturen und Mäusen durch und verbesserte dabei nicht die Struktur des Transporters, sondern dessen Ladung.

Optimales Verknüpfen und Verpacken der Wirkstoffe
Die Wissenschaftler verknüpften zwei Wirkstoffe zu einem Molekülverbund (Dimer): das zellwachstumshemmende Campothecin sowie eine lichtsensible Substanz. Die Mizellen ließen sich mit einer großen Menge des Dimers beladen (fast 60 Prozent), was die Forscher auf die verminderte Löslichkeit in wässriger Lösung verglichen mit der Löslichkeit der Einzelkomponenten zurückführten. Während ihrer Reise durch den Körper gelangte aus den Mizellen kaum etwas vom Wirkstoff ins Blut – wahrscheinlich aus den gleichen Gründen.

Beide Wirkstoffe waren erst aktiv, wenn in den Tumorzellen das Dimer durch das Eiweiß Glutathion gespalten wurde, das in vielen Tumoren in hoher Konzentration vorliegt. Nach Bestrahlung mit Laserlicht wandelte die lichtempfindliche Substanz vorhandenen Sauerstoff in hochreaktive Radikale um, die die Tumorzellen schädigten. Campothecin verstärkte die toxischen Effekte.

Der neue Therapieansatz verbesserte bei wesentlich geringeren Nebenwirkungen sowohl den Transport wie auch die Anhäufung der Wirkstoffe im Tumorgewebe. Er ließ die Tumore deutlich stärker schrumpfen als nach Behandlung mit den unverknüpften Einzelkomponenten.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V.

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Zellen unter Stress

Forscher vom Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg untersuchten die Reaktion von Zellen auf Stress. Die Wissenschaftler nehmen eine Beteiligung der gebildeten Stressgranula bei neurodegenerativen Erkrankungen an.

Stressgranula: kleine Körnchen mit großer Wirkung
Geraten Zellen in Stress, starten sie ein Programm, mit dem sie versuchen, sich vor Schäden zu schützen. Auslösende Faktoren können hohe Temperaturen, ein Mangel an Nährstoffen oder Infektionen mit Keimen sein. Gestresste Zellen stellen die Produktion von Eiweißen (Proteinen) ein, sparen damit Ressourcen und überleben auf diese Weise eine gewisse Zeit.

Stress hinterlässt sichtbare Anzeichen in den betroffenen Zellen: die Stressgranula. Diese kleinen Körnchen liegen im Zellinneren und sind im Mikroskop erkennbar. Sie bilden sich, wenn die Zelle ihre interne Eiweißproduktion stoppt. Ist der Stress vorbei und die Zelle nimmt ihre Arbeit wieder auf, baut sie diese Stressgranula wieder ab. Eine Störung dieses Abbauprozesses kann gravierende Folgen haben, wie die Würzburger Forscher herausfanden. Studienleiter Prof. Alexander Buchberger fasst zusammen: „Wir konnten zeigen, dass das Protein ZFAND1 notwendig für die normale Auflösung der Stressgranula ist. Fehlt ZFAND1, können einige Granula nicht mehr aufgelöst werden und verändern stattdessen ihre Struktur. Diese abnormen Stressgranula müssen dann aufwändig durch die zelluläre Müllabfuhr […] entsorgt werden.“

Von der Molekularbiologie zur Krankheit
Stressgranula stehen unter Verdacht, bei zwei bisher unheilbaren, neurodegenerativen Erkrankungen Mitverursacher zu sein: Bei der Amyotrophen Lateralsklerose, die zu Muskelschwund und einer tödlichen Lähmung im Endstadium führt und bei der Frontotemporalen Demenz, der zweithäufigsten Demenzform bei Menschen unter 65 Jahren. „Die Anhäufung abnormer Stressgranula wird als eine mögliche Entstehungsursache für neurodegenerative Erkrankungen angesehen“, führt Buchberger aus. Die Aufklärung der zellulären Abläufe bei Entstehung und Abbau der Stressgranula sehen Buchberger und sein Team als wichtigen Schritt, diese Krankheiten besser zu verstehen und mögliche Therapien zu entwickeln.

Quelle: Biozentrum der Universität Würzburg

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18.06.2018
Zähne Was schützt den Zahnschmelz?
Beim Zähneputzen wird immer ein wenig Zahnschmelz abgeschmirgelt. Was das Risiko senkt
iStockphoto/rusak
Auch als sanft beworbene Zahnpasten können nicht verhindern, dass beim Putzen Zahnschmelz abgeschmirgelt wird. Zu diesem Schluss kamen Forscher der Universität Bern (Schweiz) gemeinsam mit brasilianischen Kollegen nach der Analyse diverser Zahnpflegeprodukte. Wer auf saure Getränke und Lebensmittel vor dem Zähneputzen verzichtet und die Bürste ohne Druck benutzt, schützt den Zahnschmelz besser.

17.06.2018
Allergie Hautausschlag durch Tee?
Menschen mit Pollenallergie reagieren unter Umständen auf bestimmte Arzneitees mit allergischen Beschwerden
iStockphoto/vikif
Wer unter einer Pollenallergie leidet, reagiert eventuell auch auf manche Arzneitees allergisch. Das passiert vor allem dann, wenn das Heilkraut und der Auslöser der Pollenallergie aus derselben Pflanzenfamilie stammen. Wer auf Beifuß Probleme bekommt, muss zum Beispiel bei Kamillentee aufpassen, da beide Pflanzen zu den Korbblütlern gehören. Die Lösung: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Tees allergische Beschwerden verursachen, müssen Sie auf alle Fälle auf das Getränk verzichten, weil die Re­aktionen mit jedem Kontakt heftiger ausfallen können – bis hin zu Asthma oder einem allergischen Schock. In der Apotheke kann man Ihnen häufig eine Alternative empfehlen, die mit dem Auslöser Ihrer Allergie nicht verwandt ist.

16.06.2018
Allergie Hautausschlag durch Tee?
Menschen mit Pollenallergie reagieren unter Umständen auf bestimmte Arzneitees mit allergischen Beschwerden
iStockphoto/vikif
Wer unter einer Pollenallergie leidet, reagiert eventuell auch auf manche Arzneitees allergisch. Das passiert vor allem dann, wenn das Heilkraut und der Auslöser der Pollenallergie aus derselben Pflanzenfamilie stammen. Wer auf Beifuß Probleme bekommt, muss zum Beispiel bei Kamillentee aufpassen, da beide Pflanzen zu den Korbblütlern gehören. Die Lösung: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Tees allergische Beschwerden verursachen, müssen Sie auf alle Fälle auf das Getränk verzichten, weil die Re­aktionen mit jedem Kontakt heftiger ausfallen können – bis hin zu Asthma oder einem allergischen Schock. In der Apotheke kann man Ihnen häufig eine Alternative empfehlen, die mit dem Auslöser Ihrer Allergie nicht verwandt ist.

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