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Krämpfe: Hochspannung in den Muskeln

Nach der Gymnastikstunde, während des Schwimmens oder nachts im Bett – fast jeder wurde schon von Muskel- oder Wadenkrämpfen überrascht. Sie treffen sportliche und unsportliche Menschen genauso wie Heranwachsende und Ältere. Was Sie tun können, damit es gar nicht erst zu Krämpfen kommt und welche Mittel Sie für die Selbstmedikation in Ihrer Apotheke erhalten.

Schmerzhaft, aber meist harmlos: Muskel- und Wadenkrämpfe
Meist treten die Krämpfe unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund auf und verschwinden genauso schnell, wie sie gekommen sind. Am häufigsten sind die Muskeln der Waden und der Fußsohlen von den Zuckungen betroffen und spätestens nach ein paar Minuten ist der Spuk wieder vorbei. Ab dem 6. Lebensjahrzehnt wird etwa die Hälfte der Menschen regelmäßig von nächtlichen Muskelkrämpfen geweckt. Im Alter häufen sich Krampfanfälle, da die Muskeln sich verkürzen und nicht ausreichend getrunken wird. Dies sorgt für Verschiebungen im Salzhaushalt des Körpers und insbesondere ein Ungleichgewicht bei den Magnesiumionen scheint das Entstehen von Krämpfen zu begünstigen.

Tipp: Nach sportlicher Anstrengung und harter körperlicher Arbeit, die mit Schwitzen verbunden ist, sowie in der Schwangerschaft treten ebenfalls vermehrt Krämpfe auf. In vielen Fällen helfen Ihnen Dehnübungen, isotonische Getränke und Nahrungsmittel oder Präparate mit Mineralsalzen gegen die lästigen Muskelzuckungen.

Damit Krämpfe gar nicht erst entstehen
Das A und O im Kampf gegen Muskelkrämpfe ist eine ausgewogene Ernährung, bei der Sie ein besonderes Augenmerk auf die enthaltenen Elektrolyte legen. Magnesiumionen beeinflussen die Menge an Kalziumionen und beide sind für die Muskelaktivität von entscheidender Bedeutung. Bauen Sie aus diesem Grund vermehrt magnesiumhaltige Lebensmittel wie Bananen, Erdnüsse, Broccoli und Vollkornbrot in Ihren Speiseplan ein. Sportarten wie Wandern, Gymnastik und Walking eignen sich besonders gut für krampfanfällige Menschen, da sie alle Muskelgruppen gleichmäßig beanspruchen. Denken Sie vor jeder sportlichen Einheit an das Aufwärmen und Dehnen der Muskeln.

Langfristig hilft ein leichtes Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining. Üben Sie zum Beispiel, auf instabilen Geräten wie Kreiseln und Wackelbrettern Balance zu halten. Warme Wickel, eine Wärmflasche und heiße Bäder entspannen die Muskulatur zusätzlich.

Tipps, wie Sie auf einfache Art Muskelkrämpfen vorbeugen:

  • Trinken Sie mindestens 2,5 bis 3 Liter Wasser, Tee oder Saftschorle pro Tag.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse.
  • Bewegen Sie sich täglich, aber übertreiben Sie es nicht. Sie überlasten sonst Ihre Muskeln.
  • Verteilen Sie Dehnübungen gleichmäßig über den Tag: Beugen Sie sich zum Beispiel im Stehen vor und versuchen Sie, die Fingerspitzen bis zum Boden zu bringen.
  • Schwimmen fördert einen langfristigen Muskelaufbau. Kühlen Sie sich vorher unter der Dusche ab. So vermeiden Sie Krämpfe.
  • Nach dem Sport lockert eine sanfte Massage die Muskulatur von Füßen und Waden besonders gut.
  • Ein warmes Fußbad am Abend entspannt Füße und Waden.


Hilfe aus Ihrer Apotheke: Magnesiumpräparate
Sowohl bei Schwangeren als auch bei älteren Menschen, die verstärkt unter Waden- und Beinkrämpfen leiden, schaffen Magnesium-Präparate erfolgreich Abhilfe. Magnesium sollte ausreichend hoch dosiert werden, wobei die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die Aufnahme von 300 mg bis 400 mg Magnesium pro Tag empfiehlt. Bei einer zu hohen Dosis kann es zu weichem Stuhl oder Durchfall kommen. Dann unterbrechen Sie die Behandlung und führen sie nach Normalisierung mit einer geringeren Dosis fort.

Magnesium-Präparate stehen Ihnen in Form von Brausetabletten (zum Beispiel Biolectra® Magnesium 243 mg forte Brausetabletten), Dragees (zum Beispiel Magnesium Verla®) und Kapseln (zum Beispiel Magno® Sanol Kapseln, Pure Encapsulations® Magnesiumcitrat Kapseln) zur Verfügung. Für unterwegs sind Pellets praktisch, die sich auf der Zunge auflösen und ohne Wasser eingenommen werden können (zum Beispiel Biolectra® Magnesium 300 mg direct, Magnesium-Diasporal® 300 direkt, Magnetrans® direkt Granulat). Aber haben Sie Geduld: Eine positive Wirkung zeigt sich frühestens nach einigen Monaten.

Hinweis: Falls Sie unter Herzrhythmusstörungen oder einer Nierenerkrankung leiden, lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt zu Magnesium-Präparaten beraten. Die Wirkung von verschiedenen Medikamenten, unter anderem Schilddrüsenpräparate und Antibiotika, kann durch Magnesium beeinflusst werden. Achten Sie auf einen großen zeitlichen Abstand bei der Einnahme und folgen Sie unbedingt den Empfehlungen Ihres Apothekers.

So bringen Sie verkrampfte Muskeln wieder ins Gleichgewicht
Trotz aller Vorsicht überrascht Sie vielleicht doch ein Krampf, während Sie gemütlich auf dem Sofa sitzen: Die Muskulatur verhärtet sich, ein stechender Schmerz fährt durch Ihr Bein. Um den Krampf zu beenden, dehnen Sie am besten die Muskulatur. Dabei kann der Muskel passiv mit der Hand massiert oder aktiv mit Übungen gestreckt werden. Das lockert die Muskulatur und löst die Verkrampfung.

Tipp: Probieren Sie einmal die Behandlung mit einer so genannten Faszienrolle aus. Dabei handelt es sich um eine genoppte Rolle, die ihren Ursprung in der Sportmedizin hat. Ein Ausstreichen der betroffenen Muskelgruppen lockert und dehnt das Bindegewebe.

Quelle: Janine Naß, Kampf dem Krampf, DAZ Nr. 27, Seite 40, 06. Juli 2017.

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Übergewicht lässt Gehirn schrumpfen

Übergewicht und Adipositas haben sich über die letzten Jahrzehnte zu einer Volkskrankheit entwickelt. In Deutschland leiden etwa die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer an Übergewicht. Die Auswirkungen auf Herz und Stoffwechsel sind bekannt, doch was macht Übergewicht mit unserem Gehirn?

Taille-Hüft-Quotient entscheidend
Forscher der Universität Loughborough gingen der Frage nach, ob Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30 und einem hohen Fettgewebsanteil um die Taille (hoher Taille-Hüft-Quotient) auffällige Veränderungen im Gehirn aufweisen. Hierzu wurden das Gewicht, die Körpergröße, der Taillen- und Hüftumfang sowie das Hirnvolumen von 9.652 Teilnehmern erfasst und ausgewertet. Die Analysen ergaben, dass fettleibige Teilnehmer mit einem hohen Taille-Hüft-Quotienten, also einer viszeralen Adipositas, stärker von einer Abnahme des Hirnvolumens betroffen waren als fettleibige Teilnehmer ohne hohen Taille-Hüft-Quotienten. Insgesamt zeigten jedoch alle von starkem Übergewicht betroffenen Teilnehmer ein vermindertes Hirnvolumen im Vergleich zu Normalgewichtigen.

Höheres Risiko für Demenz fraglich
In der Vergangenheit ließen epidemiologische Studie darauf schließen, dass das Auftreten einer Demenz bei Adipositas-Patienten häufiger vorkommt als bei Normalgewichtigen. Einige Demenzformen sind zudem mit einer Abnahme des Hirnvolumens assoziiert. Laut Forschern der Loughborough-Universität sind die Ergebnisse der britischen Studie jedoch kein ausreichender Beweis dafür, dass Adipositas zur Demenz führt. „Es ist unklar, ob Veränderungen im Gehirn zur Adipositas führen, oder ob Adipositas für diese Änderungen verantwortlich ist.“, erklärt Mark Hamer, Doktor and der Loughborough-Universität. Demnach sind weitere Studien nötig, um den genauen Zusammenhang zu klären.

Quelle: Ärzteblatt 

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Übergewicht lässt Gehirn schrumpfen

Hormonersatz in den Wechseljahren

Gegen die Wechseljahresbeschwerden nehmen viele Frauen weibliche Sexualhormone ein. Diese Hormonersatztherapie birgt auch Gefahren wie zum Beispiel Thrombosen. Hormonpflaster wiesen dabei ein deutlich geringeres Risiko auf als Tabletten.

Thrombosen als seltene, aber gefährliche Nebenwirkung
Inkontinenzprobleme, ein Verlust des sexuellen Interesses (Libido) sowie insbesondere Hitzewallungen mit nächtlichen Schweißausbrüchen kündigen bei 8 von 10 Frauen den Eintritt in die Wechseljahre (Klimakterium) an. Der behandelnde Frauenarzt verschreibt dann Präparate, die Östrogene und wahlweise Gestagene enthalten, um die Beschwerden zu lindern.

Britische Forscher von der Universität Nottingham werteten in einer Studie die Daten von über 80.000 Frauen im Alter zwischen 40 und 79 Jahren aus, die in den letzten 20 Jahren eine Thrombose erlitten. Bei Thrombosen verschließen Blutgerinnsel die meist venösen Gefäße und der Blutfluss ist gestört. Eine gefährliche Komplikation bildet die Lungenembolie.

Hormonpflaster führen seltener zu Thrombosen
Den Wissenschaftlern zeigte ein Vergleich der eingenommenen Medikamente, dass 7,2 Prozent der Frauen in den 90 Tagen vor der Thrombose eine Hormonersatztherapie durchgeführt hatten, verglichen mit 5,5 Prozent in der Kontrollgruppe. Das erhöhte Thromboserisiko betraf nur Frauen, die Hormone in Form von Tabletten eingenommen hatten. Anwenderinnen von Hormonpflastern wiesen kein erhöhtes Risiko auf.

Die Kombination von Östrogenen mit einem Gestagen verstärkte das Thromboserisiko. Zusätzlich war das Risiko, eine Thrombose zu erleiden, abhängig von der Hormondosis und dem Lebensalter. Auch, wenn die Gefahr für gesunde Frauen, an einer venösen Thrombose zu erkranken, gering sein dürfte, hofft die Erstautorin Yana Vinogradova, dass die Ergebnisse der Publikation Ärzten und Frauen bei der Auswahl eines geeigneten Medikaments helfen.

Quelle: Ärzteblatt

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Digitales Fiebermessen bei Kindern

Auf schnelle und verlässliche Weise die Temperatur bei den Kleinen zu messen hilft Eltern zu entscheiden, ob der Gang zum Arzt noch warten kann oder dringend erforderlich ist. Dabei ist der Ort der Messung nicht egal, wie eine dänische Studie zeigt.

Fiebermessen: Herausforderung für Eltern & Kind
Digitale Fieberthermometer eignen sich, die Temperatur unter dem Arm, im Mund oder im After zu messen. Bei Kindern sind dabei einige Besonderheiten zu beachten. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, erläutert: „Unter den Achselhöhlen ist die Messung am wenigsten exakt und deshalb nicht zu empfehlen. Wollen Eltern das Fieber im Mund messen, dürfen die Kinder für ein paar Minuten nur durch die Nase atmen, den Mund nicht öffnen und auch nicht auf das Thermometer beißen. Auch kann die Messung bei einigen Kindern einen Würgereiz auslösen und das Kind sollte mindestens 15 Minuten nichts gegessen oder getrunken haben.“ Auch digitale Schnullerthermometer gelten als messungenau, weil das Kind sie für etwa 5 Minuten ruhig im Mund halten muss.

Trotz aller neuen Technik: Rektal messen am besten
Ohr- und Stirnthermometer registrieren die erhöhte Infrarotstrahlung bei fieberhaften Erkrankungen. Sie sind praktisch, da Eltern die Temperatur messen können, während das Kind schläft. Einer aktuellen Studie zufolge sind allerdings beide Messmethoden einer digitalen Fiebermessung am Darmausgang (rektal) unterlegen. Fegeler erklärt das genaue Vorgehen: „Schmieren Sie die Spitze des Thermometers mit Vaseline ein, damit das Thermometer besser gleitet. Legen Sie Ihr Baby auf den Rücken. Ältere Kinder können sich auf die Seite legen. Heben Sie die Oberschenkel an und führen Sie das Thermometer 1,3 bis 2,5 Zentimeter in den Enddarm ein. Bei Widerstand stoppen Sie sofort. Halten Sie das Thermometer locker in seiner Position, bis der Signalton kommt. Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt, während Sie seine Temperatur messen.“ Am Ende jeder Temperaturmessung steht natürlich die Reinigung des Thermometers mit Alkohol oder lauwarmen Seifenwasser.

Quelle: Kinder- und Jugendärzte im Netz

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Digitales Fiebermessen bei Kindern

Digitales Fiebermessen bei Kindern

Auf schnelle und verlässliche Weise die Temperatur bei den Kleinen zu messen hilft Eltern zu entscheiden, ob der Gang zum Arzt noch warten kann oder dringend erforderlich ist. Dabei ist der Ort der Messung nicht egal, wie eine dänische Studie zeigt.

Fiebermessen: Herausforderung für Eltern & Kind
Digitale Fieberthermometer eignen sich, die Temperatur unter dem Arm, im Mund oder im After zu messen. Bei Kindern sind dabei einige Besonderheiten zu beachten. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, erläutert: „Unter den Achselhöhlen ist die Messung am wenigsten exakt und deshalb nicht zu empfehlen. Wollen Eltern das Fieber im Mund messen, dürfen die Kinder für ein paar Minuten nur durch die Nase atmen, den Mund nicht öffnen und auch nicht auf das Thermometer beißen. Auch kann die Messung bei einigen Kindern einen Würgereiz auslösen und das Kind sollte mindestens 15 Minuten nichts gegessen oder getrunken haben.“ Auch digitale Schnullerthermometer gelten als messungenau, weil das Kind sie für etwa 5 Minuten ruhig im Mund halten muss.

Trotz aller neuen Technik: Rektal messen am besten
Ohr- und Stirnthermometer registrieren die erhöhte Infrarotstrahlung bei fieberhaften Erkrankungen. Sie sind praktisch, da Eltern die Temperatur messen können, während das Kind schläft. Einer aktuellen Studie zufolge sind allerdings beide Messmethoden einer digitalen Fiebermessung am Darmausgang (rektal) unterlegen. Fegeler erklärt das genaue Vorgehen: „Schmieren Sie die Spitze des Thermometers mit Vaseline ein, damit das Thermometer besser gleitet. Legen Sie Ihr Baby auf den Rücken. Ältere Kinder können sich auf die Seite legen. Heben Sie die Oberschenkel an und führen Sie das Thermometer 1,3 bis 2,5 Zentimeter in den Enddarm ein. Bei Widerstand stoppen Sie sofort. Halten Sie das Thermometer locker in seiner Position, bis der Signalton kommt. Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt, während Sie seine Temperatur messen.“ Am Ende jeder Temperaturmessung steht natürlich die Reinigung des Thermometers mit Alkohol oder lauwarmen Seifenwasser.

Quelle: Kinder- und Jugendärzte im Netz

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Digitales Fiebermessen bei Kindern

Frühjahrsputz in der Hausapotheke

Verbraucher sollten Medikamente, bei denen das Verfalldatum überschritten ist, nicht mehr anwenden und mit dem häuslichen Restmüll entsorgen. Bei angebrochenen Packungen kann sich die Haltbarkeit sogar auf wenige Wochen beschränken.

Verfalldatum auf Medikamenten verbindlich
Auch, wenn Arzneimittel äußerlich einwandfrei erscheinen, sollten Verbraucher sie nach Erreichen des Verfalldatums entsorgen. Zu lange gelagerte Medikamente können ihre Wirksamkeit verlieren oder sogar schädliche Nebenwirkungen verursachen. Mathias Arnold, Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA, warnt: „Immer wieder behaupten selbsternannte Experten, dass man Medikamente auch nach Ablauf des Verfalldatums ohne Risiko einnehmen könne. Das ist falsch.“ Arnold betont:“ Verfalldaten auf Arzneimittelpackungen sind weit mehr als eine Empfehlung. Das unterscheidet sie vom Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln.“ Das Verfalldatum basiert auf den Forschungsdaten des Herstellers und ist Teil der Arzneimittelzulassung.

Entsorgung über den Hausmüll
Jede Arzneimittelpackung ist mit einem Verfalldatum gekennzeichnet, erkennbar an der Angabe „verwendbar bis“. Industriell hergestellte Medikamente sind in der Regel mehrere Jahre haltbar. Für bereits angebrochene Packungen, Flaschen oder Ampullen wie beispielsweise Augentropfen verkürzt sich die Aufbrauchfrist oft deutlich.

Abgelaufene Medikamente gehören in den Hausmüll, da in den meisten Gemeinden die Altmedikamente mit dem Restmüll sicher vernichtet werden.

Quelle: ABDA

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Frühjahrsputz in der Hausapotheke

Schlaganfall: Gesund leben wichtig

Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, wird sowohl von den Genen als auch von Lebensstil und Ernährung bestimmt. Kann ein gesunder Lebensstil den Einfluss negativer Gene ausgleichen?

Gene und Lebensstil: zwei Faktoren bei Schlaganfall
Das internationale Forscherteam wertete Daten von 500.000 Briten im Alter zwischen 40 und 69 Jahren aus. Als Grundlage diente eine vorangegangene Untersuchung, bei der 90 Genvarianten identifiziert wurden, die für die Entstehung eines Schlaganfalls eine Rolle spielen.

Die Wissenschaftler teilten die Probanden in drei genetische Risikogruppen für Schlaganfall ein. Zusätzlich gruppierten die Forscher die Personen in Teilnehmer mit gesundem, mäßig gesundem und ungesundem Lebensstil. Gemäß den Richtlinien der American Heart Association lebt gesund, wer nicht raucht, nicht zu dick ist (BMI unter 30), viel Obst, Fisch und Gemüse isst und sich pro Woche mindestens 3 Stunden moderat beziehungsweise 1,5 Stunden intensiv sportlich betätigt.

Obst, Fisch & Sport gleichen genetischen Nachteil aus
Insgesamt erlitten 2077 der Teilnehmer einen ersten Schlaganfall. Unabhängig vom Lebensstil war das Schlaganfallrisiko bei Menschen mit hohem genetischem Risiko um 35 Prozent höher als bei denjenigen mit geringem genetischem Risiko.

Deutlicher war der Zusammenhang zwischen Schlaganfallrisiko und Lebensstil: Teilnehmer mit ungesunder Lebensweise erlitten 66 Prozent häufiger einen Schlaganfall als gesund lebende Personen, unabhängig vom genetischen Risiko. Bei mäßig gesund lebenden Personen ergab sich eine um 27 Prozent erhöhte Schlaganfallrate. Prof. Martin Dichgans, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft und Mitautor der Studie, fasst zusammen: „Die Ergebnisse belegen, dass sich ein gesunder Lebensstil zur Schlaganfallprävention lohnt – unabhängig vom genetischen Risikoprofil.“
Die Wissenschaftler zeigten auch, dass ungesunder Lebensstil und schlechte Gene unabhängig voneinander das Schlaganfallrisiko erhöhen und sich addieren können. Bei Personen mit ungünstigen Genen und gleichzeitig ungesundem Lebensstil fanden sie eine um rund 130 Prozent erhöhte Schlaganfallrate gegenüber Personen mit geringem genetischem Risiko sowie gesundem Lebensstil. Am stärksten trugen Rauchen und ein erhöhter BMI zum lebensstilbedingten Schlaganfallrisiko bei. Bei Männern wirkten sich in der Studie sowohl Gene als auch Lebensstil stärker aus als bei Frauen. Dichgans betont: „Männer sollten besonders auf eine gesunde Lebensweise achten.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie

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Sicher unterwegs bei Eis und Schnee

Ergiebige Schneefälle bescheren uns zu Jahresbeginn glatte Straßen und rutschige Gehwege. Um gefährliche Stürze zu vermeiden, sollten Fußgänger sich an ein Beispiel aus der Natur halten: den Pinguin.

Mit kleinen Tippelschritten sicher übers Eis
Im Winter haben die Ärzte in den Notfallambulanzen alle Hände voll zu tun: Knochenbrüche, Platzwunden am Kopf und Bänderzerrungen müssen versorgt werden, die in den meisten Fällen eine Folge von Stürzen auf eisbedeckten Wegen sind. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) raten Fußgängern im Winter, sich mit langsamen und kleinen Schritten über den Boden zu schieben. Der Schwerpunkt des Körpers liegt dabei über dem vorderen Bein, das mit der ganzen Sohle aufgesetzt wird und leicht nach außen zeigt – eben wie beim Pinguin. Prof. Reinhard Hoffmann, DGOU-Generalsekretär, erklärt: „Der Pinguin-Gang ist eine einfache Methode, um sicher auf überfrorenem Boden zu gehen und einen Sturz zu vermeiden.“

Untersuchungen zeigen, dass bei älteren Menschen ab 70 Jahren in den Wintermonaten die Zahl der Sturzunfälle sprunghaft ansteigt. Stürze auf die Hüfte oder den Kopf sind dabei besonders folgenreich, da ein Oberschenkelhalsbruch oder ein schweres Schädel-Hirn-Trauma drohen. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Prävention, erläutert: „Im Winter verschärft sich die Gangunsicherheit insbesondere von älteren Menschen. Hinzu kommen verzögerte Reflexe. Im Falle eines Sturzes können sich betagte Menschen nicht ausreichend abfangen und stürzen ungebremst auf den harten Boden.“

Praktische Tipps von den Experten
Damit der Ausflug auf spiegelglattem Gehweg nicht im Krankenhaus endet, haben Unfallchirurgen und Orthopäden weitere Tipps für Jung & Alt:

  • Halt suchen: Sich bei anderen einhaken, am Geländer oder der Wand entlanghangeln gibt Trittsicherheit.
  • Nur Schuhe mit gutem Profil tragen. Bei Bedarf die Schuhe auf der Arbeitsstelle einfach wechseln.
  • Spikes für die Schuhe sind bei extremer Glätte eine sinnvolle Ergänzung und bewahren vor dem Ausrutschen. Spikes können ganz leicht unter jeden Schuh montiert werden.
  • Auf keinen Fall mit dem Fahrrad fahren! Es besteht große Unfallgefahr durch Wegrutschen und Bremsprobleme.
  • Unnötige Gänge vermeiden und bei Glatteis besser zu Hause bleiben.


Quelle: DGOU

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Zink gegen Erkältungen

In der Winterzeit bleibt kaum jemand von Erkältungen verschont. Auch wenn die meisten Infekte harmlos sind, machen sie den Alltag oft beschwerlich. Richtig angewendet hilft Zink, Symptome abzuschwächen und schneller wieder fit zu werden.

Akut auch als Lutschtablette
Zink übernimmt eine zentrale Rolle bei vielen Funktionen des Körpers – besonders wichtig ist das Spurenelement für ein funktionierendes Immunsystem. Auch wer prinzipiell ausreichend mit Zink versorgt ist, kann bei einem akuten Infekt von der Einnahme profitieren. Die meisten Erkältungen werden nämlich zunächst durch Viren verursacht. Genau hier setzt Zink an: es wirkt antiviral, in dem es beispielsweise die Vermehrung der Krankheitserreger hemmt. Entscheidend für die Wirkung ist, dass das Spurenelement richtig eingenommen wird. Besonders gut hilft es, wenn es innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Auftreten der Symptome eingesetzt wird. Empfohlen wird eine Menge von mindestens 75 Milligramm pro Tag in Form von Lutsch- oder Brausetabletten. In dieser Form wirkt Zink auch bei Infektionen im Rachenraum, etwa bei Halsschmerzen, besonders effektiv.

Sich über Nebenwirkungen informieren
Wer ausschließen will, dass unter der Einnahme Nebenwirkungen wie Durchfall auftreten, sollte sich am besten beim Kauf gut beraten lassen. Dosen über 100 Milligramm pro Tag verbessern die Wirkung nicht, werden aber schlechter vertragen. Bei längerer Einnahme ist schlimmstenfalls auch ein Kupfermangel möglich.

Quelle: PTA heute, November 2018, Ausgabe 21

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Zink gegen Erkältungen

500 Schritte für einen Würfelzucker

Ein kleiner Spaziergang nach einer üppigen Mahlzeit, um überflüssige Kalorien zu verbrennen? Klingt gut, reicht aber bei weitem nicht aus, um ausreichend Energie zu verbrauchen. Wer sich genügend bewegen oder sogar Gewicht verlieren möchte, muss deutlich mehr Zeit investieren.

Zeitmangel als Hindernis
Bewegung hilft, um die Gesundheit zu erhalten und Übergewicht vorzubeugen. Wieviel Aktivität für einen gesunden Lebensstil nötig ist, unterschätzen Laien aber nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention häufig. „Tatsächlich müssen für die Verbrennung eines Würfelzuckers (12kcal) 500 Schritte absolviert werden, für eine Tafel Schokolade muss man circa eine Stunde joggen“, veranschaulicht die Fachgesellschaft an konkreten Beispielen. Das erfordert neben Selbstdisziplin vor allem eins: Zeit. 10 000 Schritte pro Tag und 2,5 Stunden körperliche Aktivität wie Schwimmen und Radfahren sind laut Empfehlung optimal. Wer abnehmen möchte, muss sogar 13 000 Schritte täglich absolvieren und 5 Stunden zusätzlich moderaten Sport treiben. Allein um die empfohlene Schrittanzahl zu bewältigen, sind über 1,5 Stunden pro Tag einzukalkulieren. Das gelingt meist nur, wenn die Bewegung in den Alltag integriert wird, also z. B. der Weg zur Arbeit mit dem Rad zurückgelegt wird.

Wenig ist besser als nichts

Auch wer regelmäßig an den Empfehlungen der Fachgesellschaft scheitert, sollte sich aber nicht entmutigen lassen: wenig Bewegung ist besser als gar keine. Für jüngere und aktivere Menschen zahlt es sich auch aus, die Bewegungseinheiten einfach zu intensivieren – so genügen auch 25 Minuten an mindestens drei Tagen pro Woche.

Quelle: Ärzteblatt 

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20.01.2019
Antibiotika Schnelltest auf resistente Keime
Neues Verfahren: Forschern gelingt es, resistente Keime in kurzer Zeitz nachzuweisen
istock/Troscha
Wirken Antibiotika nicht mehr gegen Bakterien, wird es gefährlich – vor allem wenn selbst die letzten Reservemittel wie Carbapeneme versagen. In diesem Fall müsste schnell eine andere Therapie beginnen. Doch bislang dauerte es bis zu drei Tage, die Resistenz im Labor nachzuweisen. Forscher der Universität Köln haben nun ein Verfahren entwickelt, das bereits nach 45 Minuten ein sicheres Ergebnis liefern soll. Ihre Studie wurde in PLOS ONE veröffentlicht.

19.01.2019
Antibiotika Schnelltest auf resistente Keime
Neues Verfahren: Forschern gelingt es, resistente Keime in kurzer Zeitz nachzuweisen
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Wirken Antibiotika nicht mehr gegen Bakterien, wird es gefährlich – vor allem wenn selbst die letzten Reservemittel wie Carbapeneme versagen. In diesem Fall müsste schnell eine andere Therapie beginnen. Doch bislang dauerte es bis zu drei Tage, die Resistenz im Labor nachzuweisen. Forscher der Universität Köln haben nun ein Verfahren entwickelt, das bereits nach 45 Minuten ein sicheres Ergebnis liefern soll. Ihre Studie wurde in PLOS ONE veröffentlicht.

18.01.2019
Apothekertipp Arznei sicher im Bett einnehmen
Die Einnahme von Tabletten im Liegen bringt ein Problem mit sich
istock /laflor
Werden Tabletten im Liegen geschluckt, bleiben sie eventuell in der Speiseröhre stecken. Die Lösung: Damit das nicht passiert, muss der Patient bei der Einnahme aufrecht sitzen. In manchen Fällen soll die aufrechte Position für mindestens 30 Minuten beibehalten werden.

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