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Diät bei Zöliakie bald überflüssig?

Was bei Laktoseintoleranz schon lange Realität ist, könnte bald bei Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) auf den Markt kommen: Wiener Forscher entwickelten Antikörper, die Gluten umklammern und aus dem Verkehr ziehen. Das Mittel soll ab 2021 in Apotheken erhältlich sein.

Neuer Forschungsansatz: Antikörper direkt gegen Gluten
Etwa jeder 100. Deutsche leidet unter einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Eiweiß Gluten, das in Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel vorkommt. Der Verzehr von glutenhaltigen Produkten führt bei Betroffenen zu einer Entzündungsreaktion im Dünndarm, die mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Blähungen verbunden ist. Der Körper nimmt weniger Nährstoffe auf, was insbesondere bei Kindern zu Wachstumsstörungen und Blutarmut zur Folge hat. Die bisher einzig mögliche Therapie besteht aus einer lebenslangen, glutenfreien Diät.

Österreichische Wissenschaftler entwickeln derzeit ein Mittel, das direkt gegen Gluten gerichtet ist. Prof. Oliver Spadiut, Studienleiter von der Technischen Universität Wien, erläutert den Wirkmechanismus des Arzneimittels: „Unser Körper produziert Antikörper, die genau zu eindringenden Antigenen passen […]. Durch diese Immunreaktion werden diese Antigene unschädlich gemacht. Wenn man nun ein neuartiges Antikörperfragment […] herstellt, welches an das eindringende Glutenmolekül andockt und es blockiert, ohne aber das Immunsystem anzuregen, dann kann man die Symptome der Zöliakie unterdrücken.“

Ziel: Patienten erhalten Mittel ab 2021 in Apotheken
Bei der Herstellung der Antikörper arbeitete die Universität mit einem Industriepartner zusammen, der das Medizinprodukt auch auf den Markt bringen wird. „Es wird sich um ein Präparat handeln, das Zöliakie-Patienten zusammen mit glutenhaltigen Lebensmitteln einnehmen können, um die Zöliakie-Symptome zu lindern“, fasst Spadiut zusammen. „Ob die Symptome dadurch ganz zum Verschwinden gebracht oder nur abgeschwächt werden, muss sich erst zeigen – das ist wohl auch von Person zu Person unterschiedlich. Wir rechnen jedenfalls fest damit, dass das Produkt bereits im Jahr 2021 in gewöhnlichen Apotheken zu haben sein wird.“

Quelle: Bundesverband Deutscher Internisten e. V.

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Antibiotika korrekt einnehmen

Multiresistente Keime sind derzeit in aller Munde. Bei diesen Erregern wirken die meisten Antibiotika nicht mehr. Experten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) geben Patienten wichtige Tipps zu Einnahme und Dosierung von Antibiotika.

Resistenzen vermeiden
Als Antibiotika werden Arzneimittel bezeichnet, die das Wachstum von bakteriellen Erregern verhindern und aus diesem Grund bei einer Vielzahl von Infektionskrankheiten – oft auch lebensbedrohlichen Erkrankungen – zum Einsatz kommen. Seit der Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming zählen Antibiotika zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin und gehören zu den weltweit häufigsten verschriebenen Medikamenten.

Dabei ist es möglich, dass Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren, wenn die Bakterien mit der Zeit eine Widerstandsfähigkeit oder Resistenz gegen das Arzneimittel entwickeln. „Durch eine verantwortungsvolle Anwendung können Patienten dazu beitragen, dass die Antibiotika ihre Wirkung behalten“, betont der Vizepräsident der Bundesapothekerkammer Thomas Benkert.

Auf was sollten Anwender von Antibiotika achten?

  • Antibiotika unbedingt entsprechend der ärztlichen Verordnung einnehmen.
  • Das Antibiotikum so lange und in der Dosierung einnehmen, die der behandelnde Arzt verschrieben hat.
  • Informationen über Wechselwirkungen und die richtige Einnahme der Antibiotika geben die Apotheker. Milch oder kalziumreiche Mineralwässer schwächen die Wirkung mancher Präparate ab. Am besten eignet sich ein Glas Wasser zum Einnehmen der Tabletten.
  • Antibiotikareste dürfen nicht aufgehoben und bei der nächsten Infektion eigenmächtig vom Patienten eingenommen werden.
  • Die verordneten Präparate sollten auf keinen Fall an andere Patienten weitergegeben werden.
  • Antibiotika entsorgt man über den Hausmüll, nicht über die Toilette oder das Waschbecken. Auf diesem Weg entstehen Resistenzen. Manche Apotheken bieten die Entsorgung von Arzneimittelresten als freiwilligen Service für ihre Kunden an.
  • Besser als die Behandlung von Infektionen ist die Vorbeugung: Viele Infektionen vermeidet man durch Händewaschen und regelmäßige Impfungen, beispielsweise gegen Grippe.

Quelle: ABDA

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Antibiotika korrekt einnehmen

Wärmepflaster gegen Schmerzen

Eine falsche Bewegung – und schon zwickt es im unteren Rücken. Linderung versprechen da praktische Wärmepflaster. Doch in welchen Fällen helfen sie wirklich?

Moderate Wärme entspannt die Muskeln
Thermotherapie, also den Einsatz von Wärme zu heilenden Zwecken, gibt es schon lange. So greifen die meisten Deutschen beispielsweise bei Bauchschmerzen ganz automatisch zur Wärmflasche. Bei Beschwerden am Bewegungsapparat sind Pflaster zum Aufkleben auf die Haut eine praktische Alternative. Bei diesen wird die Wärme über Wirkstoffe wie Capsaicin erzeugt.

Warum genau Wärme Schmerzen lindert, ist noch gar nicht wirklich erforscht. Sicher ist, dass sie Muskeln entspannt und beweglicher macht. Außerdem sorgt Wärme für eine bessere Durchblutung, so dass das betroffene Gewebe mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

Nur bei bestimmten Beschwerden sinnvoll
Geeignet sind Wärmepflaster bei akuten und subakuten Schmerzen im unteren Rücken, bei Muskelkater, Sehnenerkrankungen und chronischen Beschwerden bei degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen. Besonders gut helfen die Pflaster bei gleichzeitiger moderater Bewegung.

Nicht zu empfehlen sind die eigentlich ungefährlichen Pflaster immer dann, wenn die Schmerzen durch aktuelle Entzündungen hervorgerufen werden, z.B. bei akuter Arthritis. Auch bei Fieber oder bekannter Thrombose-Erkrankung schaden die Pflaster mehr als sie helfen.

Pflaster richtig anwenden
Wärmepflaster sind gut verträglich – einige Grundsätze sollte man bei der Anwendung aber dennoch beachten:

  • Nur auf unverletzter Haut anwenden.
  • Keine anderen Arzneimittel wie Salben oder Lotionen gleichzeitig auf die betroffenen Körperregion aufbringen.
  • Bei zu starker Wärmeentwicklung Pflaster auf der Kleidung, z.B. einem eng anliegenden Unterhemd tragen.
  • Bei Juckreiz die Behandlung abbrechen.

Nach Entfernung des Pflasters ist die Haut oft gerötet. Sofern die Rötung schnell wieder zurückgeht, ist das aber kein Grund zur Sorge. Dahinter steckt eine erhöhte Durchblutung des behandelten Bereichs – was genau dem gewünschten Effekt entspricht.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung, Nr. 46, 15.11.2018

 

 

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Wärmepflaster gegen Schmerzen

Augenringe und ihre Behandlung

Stress, Überarbeitung oder durchwachte Nächte – es gibt viele Gründe für dunkel umschattete Augen. In den meisten Fällen sind Augenringe ein sichtbares Zeichen dafür, dass Ihr Körper Erholung braucht. Doch es gibt auch Menschen, die ohne Stress oder lange Nächte Augenringe haben. Was Sie gegen die lästigen Schatten tun können und wie Sie ihnen vorbeugen.

Wie entstehen Augenringe?
Am stärksten fallen die bläulich-violetten, grauen oder bräunlichen Verfärbungen im Bereich unterhalb des Auges auf. Wenn Sie Ihr Spiegelbild betrachten, erscheinen Ihre Augen eingefallen und auf Ihre Mitmenschen machen Sie einen kranken Eindruck. Augenringe entstehen manchmal durch eine stärkere Hautpigmentierung im Augenbereich. In den meisten Fällen sind Gefäße die Ursache, die durch die Haut hindurch scheinen. Der Hautbereich unterhalb der Augen zählt zu den dünnsten Hautstellen des Körpers und enthält kaum Fettgewebe. Dafür versorgen viele kleine Blutgefäße den Augenmuskel. Sind diese feinen Gefäße unter der zarten Haut vorübergehend erweitert, zeichnen sich dunkle Augenringe ab. Eine schlechte Durchblutung verstärkt diesen Effekt, weil sauerstoffarmes Blut eine dunklere Farbe besitzt als sauerstoffreiches Blut.

Hinweis: Wie stark sich die Blutgefäße durch die Haut abzeichnen, ist abhängig vom Hauttyp und der Dicke des Fettgewebes. Im Allgemeinen sind hellhäutige, schlanke Menschen häufiger als andere von Augenringen betroffen.

Nur selten ein Fall für den Arzt
Augenringe sind in den meisten Fällen völlig harmlos. Nur, wenn Sie unter zusätzlichen Beschwerden leiden, empfiehlt sich ein Besuch beim Hausarzt. Sind Ihre Augenringe durch eine Überpigmentierung der Haut entstanden, ist es möglich, den Hautfarbstoff Melanin durch spezielle Cremes zu verringern. Eine solche Bleichung, beispielsweise mit Hydrochinon, darf wegen eventueller Nebenwirkungen nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Eine Alternative zur Hautbleichung ist eine Laserbehandlung. Beide Therapien besprechen Sie am besten mit Ihrem Hautarzt.

Eine operative Methode gegen Augenringe aufgrund von durchscheinenden Gefäßen ist die Unterspritzung der Haut mit Fett von Bauch oder Gesäß (autologe Fetttransplantation). Zur Aufpolsterung dünner Hautareale kann auch die flüssigkeitsbindende Hyaluronsäure angewendet werden. Als medizinische Eingriffe sind sie möglicherweise mit Nebenwirkungen wie Blutergüssen, Schwellungen oder Unebenheiten der Haut verbunden.

Hinweis: Für die Kosten einer Unterspritzung müssen Sie selbst aufkommen, weil das Beseitigen der lästigen, aber harmlosen Augenringe medizinisch nicht notwendig ist.

Kurzfristige Hilfe mit Gurkenscheiben und Kompressen
Viele Tipps aus Zeitschriften und Internet basieren darauf, den empfindlichen Augenbereich zu kühlen und für eine Entspannungspause zu sorgen. Hierzu gehören das Abwaschen des Gesichts mit kaltem Wasser, das Auflegen von Gurkenscheiben oder kalten Kompressen auf die geschlossenen Augen. Eine Kühlung hilft bei leichten Augenringen und angeschwollenen Augen zumindest für kurze Zeit, weil die Gefäße sich zusammenziehen und sich nicht mehr durch die Haut abzeichnen.

Tipp: Mit einer Abdeckcreme (Concealer) gewinnen Sie ganz sicher den Kampf gegen die Augenringe! Achten Sie darauf, ihn auf Ihren Hauttyp und die Färbung des Augenschattens abzustimmen: Bläuliche Augenringe gleichen Sie mit gelben Pigmenten aus, die zum Beispiel im Avène Couvrance Korrekturstick, im La Roche-Posay Toleriane Korrekturstift oder in der Vichy Dermablend Korrekturfarbe enthalten sind. Grüne Pigmente eignen sich für rote Äderchen und rot bei bräunlicher Hautfärbung.

So kommt es erst gar nicht zu Augenringen
Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln entstehen dunkle Augenringe erst gar nicht:

  • Ein gesunder Lebensstil tut nicht nur Ihren Augen, sondern dem ganzen Körper gut. Vermeiden Sie Stress und Schlafmangel.
  • Achten Sie auf kühle, ausreichend durchlüftete Schlafräume.
  • Verzichten Sie weitgehend auf Nikotin und Alkohol.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitamin C und Eisen sowie eine Trinkmenge von mindestens eineinhalb Litern versorgt Ihren Körper mit den wichtigsten Nährstoffen.
  • Bringen Sie die Durchblutung mit regelmäßiger sportlicher Betätigung in Schwung.
  • Ein Besuch im Solarium lässt die empfindliche Haut im Augenbereich schneller altern und Augenringe verstärken sich. Verwenden Sie bei Aufenthalten im Freien stets Sonnenschutzmittel und tragen Sie eine Sonnenbrille, um die schädlichen UV-Strahlen abzufangen.
  • Feuchtigkeitsspendende Cremes beruhigen und entspannen den Hautbereich rund um die Augen.

 

Quelle: Christine Kammer, Die Nacht zum Tag gemacht? Pharmazeutische Zeitung Nr. 13+14, S. 56, Juli 2018.

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Guter Schlaf, fitte Arterien

Täglich mehr als 7 Stunden Schlaf mit wenigen Unterbrechungen senken das Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Kardiologen raten zu ungestörter und ausreichend langer Nachtruhe.

Zu kurzer oder unterbrochener Schlaf verstopft Arterien
Spanische Kardiologen untersuchten eine Woche lang das Schlafverhalten von fast 4000 gesunden Probanden mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren. Mit Hilfe von dreidimensionalen Ultraschalluntersuchungen bestimmten die Wissenschaftler arteriosklerotische Veränderungen in den Bein- und Halsarterien.

Weniger Arteriosklerose mit 7 Stunden Schlaf
Studienteilnehmer mit kurzer Schlafdauer litten signifikant häufiger an Arteriosklerose als Probanden mit 7 bis 8 Stunden täglich. Die Teilnehmer aus der Gruppe mit den meisten Schlafunterbrechungen wiesen häufiger Gefäßabschnitte mit Arterienverkalkung auf als die Teilnehmer mit den wenigsten Unterbrechungen in der Nacht.

„Zu wenig Schlaf und Unruhe während der Nacht sollten als Risikofaktoren für das Verstopfen oder Verengen von Arterien gesehen werden“, fordert der Mediziner Fernando Dominguez Rodriguez vom Spanischen Institut für kardiovaskuläre Forschung in Madrid. Der Studienautor ergänzt die Studienergebnisse: „Menschen mit kurzem oder unterbrochenem Schlaf hatten auch weit häufiger ein metabolisches Syndrom, also eine Kombination von Diabetes, hohem Blutdruck und Übergewicht.“ Er betont, dass ein guter Nachtschlaf anzustreben sei, zum Beispiel durch körperliche Aktivitäten und das Vermeiden von Kaffee und fettem Essen vor dem Schlafengehen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e. V.

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Nasensprays richtig anwenden

Schnupfen ist meist harmlos, im Alltag aber trotzdem ein lästiger Begleiter. Nasensprays helfen dabei, die Atmung zu erleichtern. Um eine maximale Wirkung zu erreichen, ist es wichtig, dass bei der Anwendung ein paar einfache Regeln eingehalten werden.

Sprühlösungen verteilen sich leichter
Ob Sprühlösung oder Nasentropfen – vor der Anwendung empfiehlt es sich, sanft zu schnäuzen. So werden Sekrete aus der Nase entfernt und die Arzneimittel gelangen direkt auf die Schleimhäute. Wichtig ist zudem, dass möglichst viele Bereiche der Nase mit der Lösung benetzt werden. Dazu sollte man den Applikator zunächst circa einen halben Zentimeter in die Nase einführen, aber die Schleimhäute dabei nicht berühren.

Pumpsprays mit Sprühlösungen: 

  • Beim Abdrücken den Kopf leicht nach hinten neigen
  • Das Fläschen in einem 45 Grad-Winkel zum Boden halten
  • Falls die Fläschen eine Dosierpumpe haben, den Mechanimus unbedingt vor der ersten Anwendung einmal außerhalb des Körpers betätigen – nur so ist das Medikament vom ersten Pumpstoß an richtig dosiert.

Nasentropfen: 

  • Kopf weit nach hinten neigen
  • Für 1 bis 2 Minuten in dieser Position bleiben
  • Kopfdrehen nach links und rechts verteilt die Flüssigkeit besonders gut
  • Vermeiden, dass das Arzneimittel sofort in den Rachen abfließt.

Auf Hygiene achten
Damit Nasenkeime nicht verbreitet werden, sollten die Applikatoren generell nur von einer Person genutzt werden. Eine weitere Gefahr ist die eigene Reinfektion über verkeimte Fläschenaufsätze. Die Verschmutzung mit den Nasenkeimen lässt sich minimieren, indem Tropfpipetten immer zusammengedrückt aus der Nase gezogen werden. Eine anschließende Reinigung mit heißem Wasser ist optimal, ein Abwischen mit einem Tuch unbedingt erforderlich. Auch das Aufsetzen der Schutzkappe zwischen den Anwendungen schützt vor Verkeimung.

Behandlung auf eine Woche beschränken
Wichtig ist, dass die Nasentropfen nicht länger als eine Woche benutzt werden. Die darin enthaltenen Arzneistoffe wirken nämlich deswegen abschwellend, weil sie die Nasengefäße verengen. Länger verwendet führt die Minderdurchblutung zu einer trockenen Nase. Die Nase reagiert darauf längerfristig mit einer gesteigerten Durchblutung – mit der Folge, dass die Nasenschleimhäute anschwellen, obwohl der Schnupfen längst überstanden ist.

Quelle: PTA heute, Ausgabe 21, November 2018

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Nasensprays richtig anwenden

Längere Pause bis zum 2. Kind

Zu nah aufeinanderfolgende Schwangerschaften bergen Risiken für Mütter und Kinder. Bei älteren Schwangeren betreffen die Komplikationen die Mütter, jüngere Schwangere erleiden häufiger Fehlgeburten, wie kanadische Forscher herausfanden.

Auswertung von 148.000 Schwangerschaften
Ein kanadisches Forscherteam der British Columbia Universität in Vancouver untersuchte, ob das mütterliche Lebensalter eine Rolle bei Komplikationen bei Mutter oder Kind spielt. Dabei verglichen die Wissenschaftler Schwangerschaften mit engem Abstand (bis 6 Monate) und solche mit längerer Pause (über 18 Monate). Die Wissenschaftler werteten die Daten von 123.000 Frauen aus der kanadischen Provinz British Columbia mit insgesamt über 148.000 Schwangerschaften in einer retrospektiven Studie aus.

Frauen über 35 Jahren, die innerhalb von einem halben Jahr wieder schwanger wurden, waren zu 1,2 Prozent schwerwiegende Eingriffe wie Bluttransfusionen oder künstliche Beatmung notwendig. In Einzelfällen verstarben die Mütter sogar vor, während oder kurz nach der Geburt. Das statistische Risiko sank auf 0,5 Prozent, wenn zwischen den beiden Schwangerschaften mindestens eine Pause von 18 Monaten lag.

Bei jüngeren Frauen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren bestand ein höheres Risiko für eine Fehlgeburt bei einer Schwangerschaftspause von unter 6 Monaten, verglichen mit älteren Schwangeren.

Ältere Mütter besonders betroffen
Die Hauptautorin der Studie Laura Schummers ordnet die Ergebnisse ein: „Besonders wichtig sind die Erkenntnisse für ältere Frauen, weil sie eher zu Schwangerschaften mit kurzen Pausen tendieren und das oft bewusst.“ Schummers und Kollegen empfehlen in der Studie ein optimales Intervall zwischen den Schwangerschaften von etwa 18 Monaten mit einem Spielraum zwischen 1 und 2 Jahren. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfahl 2005 ebenfalls, nach einer Schwangerschaft 24 Monate zu warten.

Quelle: Ärztezeitung

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Durch Krimi zum besseren Verbrecher?

Die Befürchtung, dass mögliche Verbrecher durch forensische Serien lernen, wie sie kriminelle Taten am besten vertuschen, widerlegen Mainzer Forscher. TV-Zuschauer werden keine Experten in der Spurenbeseitigung.

Forensische Serien helfen nicht bei Spurenbeseitigung
Sherlock Holmes, Quincy oder Law & Order – bei jeder Fernsehserie, die sich mit ungelösten Kriminalfällen und der Spurensuche an Tatorten beschäftigt, melden sich warnende Stimmen. Sie befürchten, dass sich die Zuschauer über das Vorgehen bei Tatortermittlungen informieren und so in der Lage sind, selbst Verbrechen zu vertuschen. Dieses Phänomen bezeichnet man als CSI-Effekt (Crime Scene Investigation) nach der gleichnamigen forensischen US-Serie, in der Kriminalfälle wissenschaftlich untersucht werden.

Ein Forscherteam der Universität Mainz um Prof. Heiko Hecht untersuchte, ob die Zuschauer forensischer TV-Serien wirklich die besseren Verbrecher sind. „Die Behauptung solcher Zusammenhänge […] stand jahrelang im Raum, ohne dass es irgendwelche Studien dazu gegeben hätte“, erklärt Studienleiter Andreas Baranowski.

Verbrechen im Puppenhaus
Der Psychologe wendete mit seinen Kollegen mehrere Testverfahren an, um möglichst verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Einmal verglichen die Forscher die Rate der Verbrechensaufklärung von FBI und BKA aus den Jahren vor dem Start der CSI-Serie mit dem Zeitraum danach. Zusätzlich befragten sie 24 verurteilte Kriminalstraftäter in den Gefängnissen, ob diese Serien wie CSI hilfreich finden, um Verbrechen zu vertuschen. In einem weiteren Schritt entwickelten die Wissenschaftler eine Versuchsanordnung, mit der sie testeten, ob CSI-Zuschauer ihre Spuren bei einem nachgestellten Verbrechen besser verwischen als Probanden, die keine Serien über Tatortermittlungen konsumieren. Ein Puppenhaus diente den Testpersonen dazu, das Verbrechen nachzustellen.

CSI-Effekt bleibt Mythos
Die Experimente zeigten keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Serien, die sich mit Tatortermittlung beschäftigen, und der Fähigkeit, ein Verbrechen zu begehen oder Spuren zu beseitigen. Erwartungsgemäß schnitten Männer, insbesondere aus technischen Berufen, etwas besser ab als Frauen, junge Teilnehmer besser als ältere und gebildete besser als weniger gebildete. Baranowski fasst zusammen: „Wir können jetzt die Mythen widerlegen, die seit 20 Jahren in den Medien […] kursieren, und mit relativ großer Sicherheit behaupten, dass Leute, die CSI schauen, nicht besser darin sind, ihre Spuren zu verwischen, als andere Menschen auch.“

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Sherlock Holmes, Quincy oder Law & Order – bei jeder Fernsehserie, die sich mit ungelösten Kriminalfällen und der Spurensuche an Tatorten beschäftigt, melden sich warnende Stimmen. Sie befürchten, dass sich die Zuschauer über das Vorgehen bei Tatortermittlungen informieren und so in der Lage sind, selbst Verbrechen zu vertuschen. Dieses Phänomen bezeichnet man als CSI-Effekt (Crime Scene Investigation) nach der gleichnamigen forensischen US-Serie, in der Kriminalfälle wissenschaftlich untersucht werden.

Ein Forscherteam der Universität Mainz um Prof. Heiko Hecht untersuchte, ob die Zuschauer forensischer TV-Serien wirklich die besseren Verbrecher sind. „Die Behauptung solcher Zusammenhänge […] stand jahrelang im Raum, ohne dass es irgendwelche Studien dazu gegeben hätte“, erklärt Studienleiter Andreas Baranowski.

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Der Psychologe wendete mit seinen Kollegen mehrere Testverfahren an, um möglichst verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Einmal verglichen die Forscher die Rate der Verbrechensaufklärung von FBI und BKA aus den Jahren vor dem Start der CSI-Serie mit dem Zeitraum danach. Zusätzlich befragten sie 24 verurteilte Kriminalstraftäter in den Gefängnissen, ob diese Serien wie CSI hilfreich finden, um Verbrechen zu vertuschen. In einem weiteren Schritt entwickelten die Wissenschaftler eine Versuchsanordnung, mit der sie testeten, ob CSI-Zuschauer ihre Spuren bei einem nachgestellten Verbrechen besser verwischen als Probanden, die keine Serien über Tatortermittlungen konsumieren. Ein Puppenhaus diente den Testpersonen dazu, das Verbrechen nachzustellen.

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Die Experimente zeigten keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Serien, die sich mit Tatortermittlung beschäftigen, und der Fähigkeit, ein Verbrechen zu begehen oder Spuren zu beseitigen. Erwartungsgemäß schnitten Männer, insbesondere aus technischen Berufen, etwas besser ab als Frauen, junge Teilnehmer besser als ältere und gebildete besser als weniger gebildete. Baranowski fasst zusammen: „Wir können jetzt die Mythen widerlegen, die seit 20 Jahren in den Medien […] kursieren, und mit relativ großer Sicherheit behaupten, dass Leute, die CSI schauen, nicht besser darin sind, ihre Spuren zu verwischen, als andere Menschen auch.“

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Sherlock Holmes, Quincy oder Law & Order – bei jeder Fernsehserie, die sich mit ungelösten Kriminalfällen und der Spurensuche an Tatorten beschäftigt, melden sich warnende Stimmen. Sie befürchten, dass sich die Zuschauer über das Vorgehen bei Tatortermittlungen informieren und so in der Lage sind, selbst Verbrechen zu vertuschen. Dieses Phänomen bezeichnet man als CSI-Effekt (Crime Scene Investigation) nach der gleichnamigen forensischen US-Serie, in der Kriminalfälle wissenschaftlich untersucht werden.

Ein Forscherteam der Universität Mainz um Prof. Heiko Hecht untersuchte, ob die Zuschauer forensischer TV-Serien wirklich die besseren Verbrecher sind. „Die Behauptung solcher Zusammenhänge […] stand jahrelang im Raum, ohne dass es irgendwelche Studien dazu gegeben hätte“, erklärt Studienleiter Andreas Baranowski.

Verbrechen im Puppenhaus
Der Psychologe wendete mit seinen Kollegen mehrere Testverfahren an, um möglichst verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Einmal verglichen die Forscher die Rate der Verbrechensaufklärung von FBI und BKA aus den Jahren vor dem Start der CSI-Serie mit dem Zeitraum danach. Zusätzlich befragten sie 24 verurteilte Kriminalstraftäter in den Gefängnissen, ob diese Serien wie CSI hilfreich finden, um Verbrechen zu vertuschen. In einem weiteren Schritt entwickelten die Wissenschaftler eine Versuchsanordnung, mit der sie testeten, ob CSI-Zuschauer ihre Spuren bei einem nachgestellten Verbrechen besser verwischen als Probanden, die keine Serien über Tatortermittlungen konsumieren. Ein Puppenhaus diente den Testpersonen dazu, das Verbrechen nachzustellen.

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Die Experimente zeigten keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Serien, die sich mit Tatortermittlung beschäftigen, und der Fähigkeit, ein Verbrechen zu begehen oder Spuren zu beseitigen. Erwartungsgemäß schnitten Männer, insbesondere aus technischen Berufen, etwas besser ab als Frauen, junge Teilnehmer besser als ältere und gebildete besser als weniger gebildete. Baranowski fasst zusammen: „Wir können jetzt die Mythen widerlegen, die seit 20 Jahren in den Medien […] kursieren, und mit relativ großer Sicherheit behaupten, dass Leute, die CSI schauen, nicht besser darin sind, ihre Spuren zu verwischen, als andere Menschen auch.“

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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21.11.2018
Umfrage So schnell finden sich Freunde
Wie lange dauert es, bis sich ein Gefühl von Freundschaft einstellt? Forscher haben das untersucht
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So schnell finden sich Freunde Freundschaft muss wachsen, heißt es. Laut einer Studie im Fachblatt Journal of Social and Personal Relationships geht das allerdings relativ schnell: Schon nach 50 gemeinsamen Stunden hatten Menschen das Gefühl, nicht mehr nur bekannt, sondern befreundet zu sein. Enge Freundschaften entstanden nach etwa 200 Stunden, so die Umfrage-Ergebnisse.

20.11.2018
Studie Kälte macht schlanken Nachwuchs
Hat der Zeitpunkt der Zeugung Einfluss auf das Gewicht des Kindes? Forscher gingen der Frage nach
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Es gibt Hinweise, dass in der kalten Jahreszeit gezeugte Kinder schlanker bleiben. Forscher der ETH Zürich haben nun bei Mäusen einen Mechanismus dafür entdeckt. Sie hielten einige Tiere bei einer Temperatur von 23 Grad, andere bei 8 Grad. Beim Nachwuchs der Mäuse in kühler Umgebung entwickelte sich mehr aktives braunes Fettgewebe. Es dient dem Körper zur Wärmegewinnung und bildet kein "Hüftgold".

19.11.2018
Sport Bewegung zeigt sich im Blut
Wer trainiert, ändert damit die Zusammensetzung seines Blutes
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Sport verändert die Zusammensetzung des Bluts: Er reduziert vor allem die Anzahl von Zellen, die in Geweben und Organen Entzündungen verursachen und so an vielen Krankheiten beteiligt sind, schreiben Forscher im Journal of Physiology. In ihrer Studie zeigte sich der positive Effekt schon nach wenigen Wochen Training – bei schlanken und übergewichtigen Probanden gleichermaßen.

Impressionen